ANTOINETTE VONLANTHEN
Institut de Langue Française et d'Expression ILFE • Bützbergstrasse 33 • 4900 Langenthal • Tel. +41 62 922 23 22
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Kategorie: Gesprächsführung

Worte und Bilder verschönern den Alltag

Eine Frage, die ich mich gerne stelle, lautet: Was ist Intelligenz? Das Wort ist magisch, im wirklichen Leben ist die Bedeutung jedoch eher unscharf und bietet Spielraum für Interpretationen. Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für den Sinn von Wörtern, für die sprachwissenschaftliche Forschung und was wir mit Sprache machen. Es ist eine instinktive Erfahrung für mich, und ich verstehe es als eine intensiv erlebte persönliche Geschichte. Die Schlussfolgerung, die ich daraus ziehe, ist im Wesentlichen die folgende: Der Gedanke, dass die Sprache, die Kommunikation und die Fähigkeit, Beziehungen zu pflegen und zu lieben, angeborene Tugenden sind, ist äusserst verwirrend. Diese Illusion führt zu einer tiefen Einsamkeit, als ob wir uns in einem Wald ohne Wegweiser verlaufen würden. Dank der Helligkeit von Sonne und Mond und mit Selbstvertrauen könnten wir vielleicht unseren Weg finden. Aber besteht der Zweck unserer Präsenz auf der Erde darin, mit Vögeln, Bäumen, Pflanzen und Insekten zu kommunizieren?

Die Werbung legt nahe, dass Intelligenz ein intellektuelles Fragment ist, das denen gehört, die wissen, wohin sie gehen und was sie tun. Aus Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass jeder von uns ─ mit wenigen Ausnahmen ─ in der Lage ist, Intelligenz als überlegene Kraft zu leben. Intelligenz ist weder wirtschaftlich, esoterisch, politisch, wissenschaftlich noch religiös. Sie ist eng mit der Fähigkeit verbunden, sich eine Meinung zu bilden, sich zu positionieren, eine Absicht zu hegen und sich individuell zu engagieren.

Wenn wir den Dialog als Tugend betrachten, sind wir geneigt, unsere Einstellung in Frage zu stellen und dann Entscheidungen zu treffen. Unbewusst findet dieser Denkprozess in der einen oder andere Weise statt. Es geht darum, unserer Absicht Form zu geben, denn: Können wir mit anderen einen Dialog führen, ohne uns auf das tiefe „Selbst“ auszurichten?

Wenn wir über das Erlebte unserer Vorfahren nachdenken und dabei unsere Familiengeschichte analysieren, können wir die Spuren erkennen, die im Laufe der Generationen hinterlassen wurden und sich angesammelt haben: Wie haben unsere Älteren miteinander gesprochen? Welche Rolle spielten sie? Wer definierte sie? Haben wir sie übernommen? Welchen Platz nahmen wir unter Geschwistern ein? An welche Szenen erinnern wir uns? Stehen sie mit Sprache, Krankheit, Urlaub, Zuneigung, Sexualität, Arbeit, Vater-Mutter-Beziehung, Geld, Untreue, Machtmissbrauch in Verbindung?

Das Entdecken unserer Wurzeln und das „Sichausdrücken“ mit neuen Worten befreien uns von den Lasten der Vergangenheit. Es ist diese Fähigkeit zu denken, Dinge anders zu machen und Neuerungen einzuführen, die es uns ermöglicht, uns hervorzutun. In diesem Sinne können wir auch eine neue Geschichte mit Bildern entstehen lassen und unsere Erfahrungen und Ideen einbringen, um Herausforderungen in den Bereichen Familie und Beruf anzunehmen.

Gespräche im medizinischen Alltag auf Französisch

Die Digitaltechnologien und das autonome Lernen verändern unser Denken und Verhalten. Vorgegebene Schemen und Programme in der Informatik und in den Sozialen Medien verstärken die Tendenz, sich anpassen zu müssen und sich gegen aussen zu richten. Die Sprache orientiert sich nach Erwartungen und Mustern, die nicht unbedingt unserem wahren Selbst entsprechen, was viele Missverständnisse und auch Leid verursacht. Müssen Sie zudem noch Französisch sprechen, ist das Chaos programmiert! Nicht immer fehlt das Vokabular, oft geht es um nonverbale Kommunikation. Glaubwürdigkeit und Attraktivität beginnen im Kopf!

Wörter widerspiegeln die eigene Persönlichkeit, Französisch sprechen hat mit Charisma zu tun:

  • Sprechen Sie mit den Patienten „personenzentriert“
  • denken Sie nach wie Sie Deutsch sprechen
  • lernen und verbessern Sie Schritt für Schritt Französisch und suchen Sie Berufskollegen (oder Trainer, Trainerinnen) mit denen Sie „en face-à-face“ diskutieren können
  • gehen Sie sparsam mit Kommunikations-, Lern- und Arbeitsabläufen um
  • stellen Sie souverän Ihre Eigenart in den Vordergrund
  • entwickeln Sie eine ganzheitliche Denkweise, die sowohl Ihre Sensibilität als auch Ihren Intellekt miteinschliesst
  • schreiben Sie Ihre Gesprächsabsichten auf und setzen Sie diese bewusst um
  • bilden Sie kurze Sätze, sprechen Sie klar und deutlich
  • führen Sie heikle Gespräche in dem Sie das Vokabular nach bestimmten Kriterien gestalten
  • berücksichtigen Sie die eigene Identität und die des Unternehmens, des Spitals, der Praxis
  • gestalten Sie Gespräche zwischen Frau und Mann neu
  • beobachten Sie Missverständnisse zwischen den Linien oder auf nichtsprachlicher Ebene
  • lösen Sie blockierte Kommunikation zwischen mehreren Hierarchieebenen
  • nehmen Sie Integritätsverletzungen und Einschränkungen der Selbstbestimmung von Frauen wahr und formulieren Sie Ihre Einwände
  • seien Sie zuerst herzlich, dann sachlich
  • zeigen Sie Wertschätzung und schenken Sie viel Zeit. In der heutigen Zeit ist es ein Zeichen von Exzellenz!
  • bauen Sie authentische Beziehungen auf
  • suchen Sie nicht nur den Erfolg

Das Einzeltraining „Ärztliche Gespräche auf Französisch führen“ findet im Institut de Langue Française et d’Expression (ILFE) in 4900 Langenthal, statt: +41 31 312 68 68 und +41 62 922 23 22.

ÜBER DEN KONFLIKT

Unter Konflikt versteht jede Person, jede Gruppe und jede Firma, ja sogar jede einzelne Kultur etwas anderes. Hauptsächlich von Männern höre ich regelmässig: «Kein Problem!» Kaum ist dieser Satz ausgesprochen, beginnt auch schon der Konflikt!

Methoden und Strategien tragen nur bedingt zur Konfliktlösung bei. Aus psychoanalytischer Sicht scheint es eine Realität zu sein, dass (fast) jeder von uns es vorzieht, die eigenen Fehler auf andere zu projizieren. Wirkt eine Person oder eine Situation bedrohlich, entsteht daraus schnell ein Konflikt.

Für Menschen, die an sich selbst oder unter der Leitung eines Psychotherapeuten in Balint-Gruppen arbeiten, liegt es eher auf der Hand, Konflikte zu analysieren.

In der Partnerschaft, in der Familie oder im Unternehmen sind die Struktur der Leitlinien, die Hierarchie, die Definition von Funktionen sowie die Rollen und Ziele nach identischen oder variablen Mustern aufgebaut. Konflikte, obwohl sie nicht verallgemeinerbar sind, entwickeln sich meistens, wenn konkrete Antworten auf die folgenden Fragen fehlen: Welche Ressentiments, Fakten und Umstände müssen geklärt werden? Wer besitzt das Geld, wer verfügt darüber und kontrolliert es, welche Interessen gibt es und wie ist die Macht verteilt?

Hinter Geldfragen verbergen sich weitere individuelle Ursachen, die zu Konflikten führen. Dazu gehören beispielsweise Armut, Arbeitslosigkeit, Gesundheitsprobleme, Persönlichkeitsstörungen wie Eifersucht, geringes Selbstwertgefühl, Dominanz, Hass, Rivalität, Diskriminierung, Faulheit, lineares Denken, Prestige und übertriebenes Verlangen nach Ablenkung.

Noch viel zu wenig werden Konflikte aufgrund von Werten wie Wohlstand, Gesundheit, Persönlichkeitsstärke, Empathie, Selbstwertgefühl, Gleichheit, Teilen, Wohlwollen, Toleranz, Initiative, Querdenken, kulturellem Reichtum und Tiefe angegangen.

Diskussionen mit kreativen Köpfen sind manchmal unerträglich. Sie betonen Schwierigkeiten, um sie bewusster zu machen. Wenn das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gruppe gegeben ist, sind Lösungen eher möglich.
Für schöpferisch denkende Leute steht nicht allein das Thema Geld im Zentrum des Lösungsprozesses, sondern das Zusammenspiel von Ursachen und Lösungen. Dieser Ansatz bedeutet nicht, dass diese Menschen von einem altruistischen Geist geleitet sind. Ganz im Gegenteil, sie erheben Anspruch auf das Teilen der Verantwortung.

Personen, die viel reden und alles besser wissen wollen, die auf Fragen eine sofortige Antworte parat haben und eine schnelle Lösung für jedes Problem finden, oder diejenigen, die aus falscher Bescheidenheit schweigen, neigen dazu, ihre eigenen Schwächen in den Mittelpunkt eines Konflikts zu stellen.

Es scheint also, als ob die goldene Regel darin besteht, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sagen.