ANTOINETTE VONLANTHEN
Institut de Langue Française et d'Expression ILFE • Bützbergstrasse 33 • 4900 Langenthal • Tel. +41 62 922 23 22
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Schlagwort: Dialoge auf Fanzösisch

Personenzentrierter Französischunterricht in Bezug auf soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung

Französisch ist aus vielen Gründen unbeliebt und doch auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Nach 30 Jahren Erfahrung und Forschung im Unterrichten der französischen Sprache möchte ich mich zu einem Thema äussern, das mir am Herzen liegt: Warum wird Französisch so gehasst und welche Lösungen gibt es hierzu?

Ein Französisch, mit der Frage nach Identität und Zusammenleben

Das Neugeborene hängt von der Anwesenheit der Mutter ab und hat eine starke emotionale Bindung zu ihr. Das Kind erkennt Menschen am Klang der Stimmen. Eine warme und fürsorgliche Umgebung vermittelt ihm Sicherheit. «Diese Anerkennung erfährt das Kind in der Begegnung mit dem Erwachsenen durch dessen — wahre Worte — », sagte Françoise Dolto, französische Kinderärztin und Psychoanalytikerin (6.11.1908 – 25.8.1988). Wer trägt die Verantwortung für diesen Transfer beim Französischlernen und wer begleitet den Lernprozess im Zusammenhang mit der deutschen Sprache (Muttersprache)?

Diffuse sprachliche Realität

Später, beim Schuleintritt gelten neue Kommunikationscodes, die das Sprachverhalten beeinflussen. Jeder Schritt ausserhalb des familiären Sprachsystems bedeutet, auf irgendeine Weise eine neue Sprache zu lernen. In der Deutschschweiz lernen die meisten Schülerinnen und Schüler zwei Sprachen: Schweizerdeutsch als Umgangssprache und in der Schule Schriftdeutsch als Wissenssprache. Dem Kind fällt es schwer, sich mit einer Sprache zu identifizieren, die es in seinem Alltag nicht braucht. Das Auswendiglernen einer Sprache, ohne dass es mit Taten, Erfahrungen und menschlichen Beziehungen – Emotionen – verbunden ist, kommt einem Missbrauch gleich. Beim Französischlernen wiederholt sich die Erfahrung des nicht integrierten Hochdeutsch. Dies hat eine emotionale Dissonanz zur Folge, hindert Lernprozesse und verursacht oft irreversible Blockaden bis ins Erwachsenenalter.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aber auch ältere Leute reagieren völlig normal, wenn ihnen die Motivation fehlt, Französisch zu sprechen. Ich erinnere mich an Frauen, die im «Welschlandjahr» Französisch lernten oder an Männer, die den Militärdienst in der Romandie verbrachten. Alle hatten schöne Erinnerungen und konnten gut «parler français». Es gilt also, Französisch und Praxis so früh wie möglich miteinander zu verbinden!

Soziale Herkunft, interkulturelle Wahrnehmung

Der soziale Umgang in der eigenen Familie, im Freundeskreis und in der Schule hinterlässt bleibende Spuren. Lebt jemand in Armut, gibt es Autoritätsprobleme, Gewalt oder Drogen? Wie sieht die Familienstruktur aus? Wie gehen Frauen und Männer miteinander um? Wird das Kind in seiner Spontaneität gefördert? All diese Faktoren beeinflussen das Sprachverhalten. Der Gebrauch jeder Sprache wirft einen auf existenzielle Fragen zurück: Werde ich verstanden? Kommt das, was ich sage, an?

Die Sprache ist eng an die Identität der Person geknüpft. Dementsprechend ist der Sprachgebrauch untrennbar mit existenziellen Ängsten verbunden, vor allem mit der Angst, abgelehnt zu werden. Wer sich in seiner Haut nicht wohlfühlt, wird es auch kaum in (s)einer Sprache tun.

Fast 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Zahlreiche Berufstätige üben Berufe in einem anderssprachigen Kanton aus. Viele sprechen Englisch als Kommunikationssprache, ohne die Sprache wirklich zu beherrschen.

Lernkontext                           

Ein weiterer Grund, weshalb sich viele Deutschschweizer mit Französisch schwertun: Die Sprache wird mit negativen Schulerlebnissen in Verbindung gebracht: Der Lehrer war ungeduldig, konnte schlecht Französisch, korrigierte wichtige Fehler nicht, die die Schüler machten. Kann jemand Französisch nicht mit positiven Bildern oder Erfahrungen assoziieren, bleibt die Sprache eine tote Materie. Für etwas Natürliches wie den sprachlichen Ausdruck ist dies eine hohe Hypothek. Hat ein Kind Mühe, dann hilft nur die Professionalität und das Engagement der Lehrperson und der Eltern.

«Eine neue Sprache zu lernen ist manchmal auch ein schmerzhafter Prozess. Die neue Sprache verlangt nicht selten, die alte und bequeme Art des Sprechens in der Muttersprache aufzugeben. Es kann sehr ungemütlich sein, sich zu öffnen, seine Ideen unter das Mikroskop der Gruppe zu legen und anderen Menschen wirklich gegenüberzustehen. Immerhin, dem Schmerz des Ausbrechens aus Altem und Bequemen folgt gewöhnlich Entdeckerfreude und das Vergnügen des Verstehens, wenn wir neuen Ideen oder unserem eigenen, sich veränderndem Selbst begegnen. Der Lernprozess ist intellektuell und emotional bedingt. Die Menschen sind nicht nur denkende, sondern auch fühlende Wesen; und wenn ihr Denken und Fühlen harmonisieren, wird ihre Sprache am intensivsten. Um in einer Gruppe optimale Bedingungen für das Lerngeschehen zu schaffen, müssen die menschlichen Belange Vorrang vor dem Zweck haben.» Artikel erschienen in SPECIAL W E I T E R B I L D U N G, Antoinette Vonlanthen, Handelszeitung Zürich, 21. März 1996.

Französisch, die Sprache der Zusammenarbeit und der Beziehung

Jede Lehrperson, die sich für seine Sprachbiografie interessiert, ermöglicht es dem Kind, sich mit dem neu erworbenen Wortschatz auseinanderzusetzen und seine Ideen mit anderen auszutauschen. Nur unter dieser Bedingung ist es möglich, Beziehungen aufzubauen und persönliche oder spätere berufliche Projekte umzusetzen.

Pragmatischer Schritt hin zu einer stärker zusammenhaltenden Welt

Erwachsene haben normalerweise eine klare Vorstellung davon, was sie erreichen wollen, aber wie sie dorthin gelangen, bleibt oft unklar. Wenn sie Französisch lernen, wissen nur sehr wenige, was es bedeutet, «in ihrer eigenen Sprache zu Hause» zu sein. In einer Welt, in der Rentabilität an erster Stelle steht, ist Sprache zu einem Konsumgut geworden. Jeder ist davon überzeugt, über starke soziale Fähigkeiten zu verfügen, wenn es aber darum geht, Beziehungen aufzubauen und gute Dialoge in einer anderen Sprache zu führen, Projekte zu entwerfen, entstehen Schwierigkeiten: «Was möchte ich vermitteln?» Während der Wortschatz in der Muttersprache breit gefächert ist, ist es in einer zweiten Sprache wichtig, die klare Absicht einer Botschaft im Auge zu behalten. Das Erlernen einer Sprache fördert die Bedeutung des Wortschatzes in der Muttersprache und dessen Verwendung in der Praxis.

Persönliche Entwicklung

Der Inhalt eines Meinungsaustausches – was ein Gespräch idealerweise sein sollte – wird in der persönlichen Begegnung und Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber aus der Situation heraus bestimmt. Wir alle wissen, dass eine Gesprächssituation davon abhängt, wie etwas gesagt wird. Um den geeigneten Ausdruck der Sprache zu finden, genügt es deshalb nicht, fremde Vokabeln auswendig zu lernen. Vielmehr sollte man bemüht sein, sich in die neue Sprache hineinzudenken und sie zu fühlen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, die alte und bequeme Art des Sprechens in der Muttersprache aufzugeben. Dies ist nicht einfach und verlangt viel Zeit und Geduld. Wer sich eine neue Sprache erfolgreich aneignen will, ändert sein Verhalten zwangsläufig, legt aber gleichzeitig den Grundstein dafür, sich weiterzuentwickeln.

Zweisprachige, personen-, prozess- und zielorientierte Französischkurse

Die Französischkurse werden im Institut de Langue Française et d’Expression in der Zielsprache (Französisch Immersion) durchgeführt. Bei Bedarf können Wörter oder kurze Erklärungen auf Deutsch (Code-Switching) verwendet werden. Der Sprachwechsel findet in einem begrenzten Rahmen statt und unterstützt die Argumentation beim Transfer der Aussage ins Französische. Dieses Training fördert somit die Genauigkeit der Aussage in beiden Sprachen sowie das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit.

Der Basisaufbau wird sehr früh mit interaktiven Formulierungsprozessen, Hörübungen, Schreiben, Lesen, Textanalyse, mit Literatur oder mit realen, berufs- und unternehmensspezifischen Themen (Soziale Rhetorik/Gesprächsführung, mit Allgemein- und Fachwissen, Informationen sowie mit Selbsterfahrung) verknüpft.

Organisationales Lernen (OL)

Organisationales Lernen bedeutet, dass Französisch in der Organisation (im Unternehmen) auf einer höheren Kommunikationsebene stattfinden kann. Kommunikationsstrukturen und kreative Lösungen von innerorganisationalen Problemen werden gemeinsam diskutiert. Dies stärkt die interpersonellen Beziehungen und ist dem unbürokratischen Vorantreiben von Entscheidungsprozessen dienlich. Organisationales Lernen setzt Führungsstärke, Interesse, Engagement und Empathie voraus.

Der personenzentrierte Französischunterricht und die private Erwachsenenbildung in Langenthal BE eignen sich für folgendes Zielpublikum:

  • Kommunikationsverantwortliche im Gesundheitsbereich und in der medizinischen Pflege
  • Führungs- und Fachpersonen
  • Personen, die in einem beratenden oder helfenden Beruf tätig sind
  • Französischlehrer und Französischlehrerinnen
  • Sprachlehrpersonen nicht französischer Muttersprache
  • Interessierte, die die Gesprächskompetenz verbessern und reflektieren möchten

Ziel der Französischkurse:

  • Berufs- und Kommunikationskompetenz
  • Berufsveränderung
  • Unternehmensführung
  • Interkulturalität
  • Lehrerfortbildung
  • Gesprächsführung, Beratung und Beziehung
  • Organisationales Lernen

Ein Französisch mit einer heiteren Zukunft

Das private Institut de Langue Française et d’Expression (ILFE) in Langenthal (Schweiz) lehrt seit 30 Jahren Erwachsenen aus der Schweiz und dem Ausland die französische Sprache. Mithilfe von Fachpersonen hat die Inhaberin während Jahren autodidaktisch geforscht sowie ein Kommunikations- und selbstorganisiertes Lernmodell entworfen, das den Kundenbedürfnissen entspricht und mit den Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu vereinbaren ist. Das Lernmodell nutzt die deutsche Sprache, die Zweisprachigkeit Französisch-Deutsch oder nur die Zielsprache Französisch und erleichtert so den sprachlichen Umgang im multikulturellen oder frankofonen beruflichen Kontext.

Der personenzentrierte Ansatz ergänzt methodische Aspekte der Angewandten Linguistik. Die gelehrten Ressourcen fördern die Meinungsfreiheit, den sozialen Diskurs, die Kreativität und die Innovation. Die methodische Besonderheit berücksichtigt Psycholinguistik wie Kommunikation zwischen Männern und Frauen, aufdringliche Kommunikation, Widerstandsmechanismen sowie Konstruktivität und Philosophie.

Das private Institut unterstützt berufliche Qualifikationen sowie zwischenmenschliche Fähigkeiten und übernimmt eine beratende Funktion. Der Französischunterricht verfolgt keine politischen Ziele. Er eignet sich für Personen, die die individuelle und kollektive Identität, die Modernität und die Tradition sowie das Privat- und Berufsleben verbinden möchten.

Für weitere Informationen zur Methode
iPhone 079 671 37 14

Perspektive und Entscheidung

Erfolgreich sprechen heisst, im richtigen Moment am richtigen Ort das Richtige sagen.

Kommunikation ist ein sich ständig im Aufbau befindlicher Prozess, der täglich unsere Lernbereitschaft fordert. Sich Gedanken darüber zu machen, wie wir lernen, hilft uns, auch über unsere Muttersprache nachzudenken. Plötzlich kommen wir zur Einsicht, dass wir uns jahrelang der sprachlichen Gepflogenheiten und Floskeln unserer Vorfahren bedient haben. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kommt das Erlernen einer Fremdsprache einem Verrat gleich, weil es für uns unmöglich ist, alte Gewohnheiten in die neue Sprache zu übertragen. Dies führt zu Blockaden, Ängsten und Hemmungen. Glücklicherweise sind sie in den meisten Fällen nur vorübergehend und öffnen die Tür zum Wandel.

Das Erlernen einer Sprache, z. B. Französisch, löst einen Prozess aus, der weit über die Sprache hinausgeht. Es stellt uns vor neue Situationen, Perspektiven und Entscheidungen, die die Angst vor Machtverlust und Einfluss auslösen. Dies kann sich auf das Organisationssystem des Unternehmens, in dem wir arbeiten, oder auch auf das Familiensystem, in dem wir leben, beziehen. Angesichts der beschleunigten Informationen der letzten Jahre sind die Menschen müde – ich zähle mich dazu – von der Vielzahl von Neuheiten, die sie ständig hören, sehen und lesen. Erst wenn wir wissen, was wir brauchen, können wir Prioritäten setzen und den Erneuerungsprozess ermöglichen.

Allein auf dem Weg des Fortschritts kann sich das Gedächtnis neue Worte einprägen und sie mitschwingen lassen. Zugleich können wir uns in unterschiedlichen Kontexten zunehmend glaubwürdig ausdrücken.

In Beziehung zu sich und mit der Welt

Wissen, was gute Lehre ist, gehört zu den Zielen einer jeden pädagogischen Institution. Die Humanwissenschaften vermitteln uns neue Erkenntnisse, die uns helfen, den Menschen in seiner Ganzheit besser zu verstehen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass sich diese Themen seit Jahrhunderten wiederholen. In einer Fachzeitung für Supervision und Organisationsentwicklung vom Dezember 2015 habe ich folgendes Zitat gelesen: «Der Mensch hat geistige, psychische und materielle Bedürfnisse» (Glasl und Lievegoed 2011). Es gab wohl kaum eine Epoche, in welcher dieser Gedanken die Menschheit nicht beschäftigte und jeder versucht hat, darauf Antworten zu finden aufgrund seiner Herkunft, seines Wissens und seiner Überzeugung.

Die Rechthaberei der guten Lehre

Die Essenz der Vernunft der guten Lehre liegt in obigem Zitat darin, dass jeder von uns gefordert ist, täglich seine geistigen, psychischen und materiellen Bedürfnisse wahrzunehmen, um ein erfülltes Leben führen zu können. Das Zitat suggeriert aber auch die Meinung, die meisten Menschen seien unfähig zu denken, unwissend und naiv. Die Zeiten, in denen Forscher und Wissenschaftler allein das Monopol auf die Wahrheit besassen, sind längst vorbei. Akademiker zu werden, ist heute nicht mehr das Mass aller Dinge. Die gute Lehre ist die, die Kinder beobachten, forschen und experimentieren lässt, damit sie etwas auf ihre eigene Art und Weise umsetzen können. Wenn Erwachsene, Eltern, Lehrer und andere Pädagogen sie im Namen der Besserwisserei, des pädagogischen Diktats eines Denksystems oder mangelnden Selbstwertgefühls in ihrem Entdeckerdrang hindern, damit sie nachahmen, was ihnen vorgezeigt wird, liegt es auf der Hand, dass sie als Erwachsene zutiefst depressiv werden. Erziehung und gute Lehre fordern einen klaren Rahmen, Regeln und verständliche Inhalte. Für mich bedeuten diese beiden Begriffe Förderung, Begleitung, Ermunterung und Unterstützung. Ich bin mit dem Wort «Liebe» zurückhaltend, da es nicht ins Denkschema der guten Lehre passt und jeder von uns etwas anderes darunter versteht. Reine Intellektualität und rationales Handeln führen zu Minderwertigkeitsgefühlen und zu Gewalt, beeinflussen das Zusammenleben im privaten und beruflichen Bereich sowie die politische und wirtschaftliche Auseinandersetzung.

Die freudsche Verdrängung

Die Unterdrückung – oder das Ignorieren – des kindlichen Vorstellungsvermögens (Kreativität) seitens der Erwachsenen hat einen neuen Beruf hervorgebracht: den Coach. Seine Mission ist es, vereinfacht gesagt, Strategien wie im Sport zu entwickeln, um dem Klienten sein Potenzial und seine Einzigartigkeit erkenntlich zu machen. Eigentlich genau das, was dem Kind vorenthalten wurde. Kinder haben sich schon immer gerne bewegt, Sport getrieben, die Welt in ihren eigenen Worten erklärt. Durch allwissende Menschenkenner wurde ihnen jedoch ihre Fähigkeit des Denkens entzogen. Später sprachen Fachpersonen von ethischen Werten in Erziehung, Politik und Wirtschaft, die zwar gut klingen, jedoch kaum in einer zielgerichteten kapitalistischen Gesellschaft durchsetzbar sind.
Kapital und Wachstum sind die bestgeeignetsten Bausteine, um eine Gesellschaft effizient zu entwickeln. Der dramatische Klimawandel hat seinen Ursprung in der Zerstörung des Natürlichen, dem Fundament der menschlichen Seele. Er ist die Quittung für die Besserwisserei.

Die natürliche Intelligenz des Menschen zu unterdrücken, wirkt wie ein Pestizid und kann eine Ursache für Depressionen, Gewichtszunahme, Rauchen und Drogenkonsum sein. Dies erinnert fast ein wenig an das Sterben der Bienen.

Die verlorene Kindheit teuer zurückkaufen

Auf dem Arbeitsmarkt spriessen heutzutage Coachs wie Unkraut auf einem ausgetrockneten Boden. Sie verfolgen meist ähnliche Ziele: die Wiederentdeckung der Menschlichkeit und der Menschenwürde sowie das Umdenken. Doch wie soll dieses Umdenken erfolgen?
Umdenken findet individuell statt und ist kein leichtes Unterfangen. Das Fertigprodukt der Coachings lautet: Lebensglück, Effizienz und Erfolg. Menschlichkeit und Strategien zur Förderung der Humanwissenschaften sind unser Kapital und unsere Innovationsfähigkeit. Sagt «man». Dabei ist „Verstehen“ kein intellektueller Prozess.

Müssen sich die Erwachsenen ihre verlorene Kindheit wieder zurückkaufen? In den Coaching-Angeboten erscheinen immer mehr Inhalte auf Englisch, weil es zum guten Ton gehört. Es gibt immer mehr Schweizer Unternehmen, die nur noch zwei Geschäftssprachen zulassen: Deutsch und Englisch. Französisch wird dabei ignoriert. Es ist eine Besserwisserei, eine Arroganz sondergleichen, wenn der Staat die Kinder zwingt, mehrere nationale Sprachen zu beherrschen, während einige Parteien daran denken, die Grenzen zu schliessen: JA zur Internationalität im Namen des Kapitals, NEIN hingegen zu mehr Globalität und Verbindlichkeit im eigenen Land. Worin unterscheidet sich dies von gravierenden Grenzverletzungen und den Fehlern der Banken? Jeder dritte Erwachsene in der deutschen Schweiz wird einmal in seinem Leben gezwungen, sich mit der französischen Sprache auseinanderzusetzen. Und wir staunen, dass der Rechtsextremismus wächst? Nicht jeder hat die nötigen Mittel, um sich seine verlorene Kindheit zurückzukaufen.

Reputation als kostbares Gut

«Menschlichkeit» wird immer mehr zur käuflichen Ware und verkörpert Qualität in Bezug auf die menschliche Leistungsfähigkeit. Das Wort «authentisch» ist gerade bei Coachs sehr beliebt, nicht wahr? Wer nicht authentisch ist, ist tot, unmenschlich, bewegungslos, man könnte auch sagen «dumm».

Unter Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzten, Pädagogen, Supervisoren, Heilern, Wissenschaftlern, Lehrern und Ingenieuren herrscht Uneinigkeit, wie das Ganze einzuordnen ist, wenn Coachs bezüglich der psychischen Symptome beim Menschen mitreden. Und wie ist das Verhältnis der Coachs untereinander? Wie gehen sie mit ihren beruflichen «Konkurrenten» um? Sie ziehen selten am gleichen Strick, obwohl sie so tun, als ob sie zum Wohle der Menschheit alle das Gleiche wollen: andere zum Umdenken bringen, damit alles besser wird. Früher wussten nur Pfarrer, was unter «menschlich» zu verstehen ist. Mediziner und einige Heiler kannten die Definition von «gesund». Heute hat sich die Bedeutung dieser Worte verändert. «Gesund sein» ist gleichbedeutend mit «menschlich sein». Wer seine Grenzen kennt, überfordert sich weniger und ist produktiver. Wer nicht raucht lebt länger. Wem kommt das nicht bekannt vor? Wer lügt kann alt werden und kommt vielleicht nie zur Vernunft, weil er nie etwas von Moral gehört hat. Oder wer kreativ wird, wird aus seinem seelischen Tief herausfinden.

Was wollen also all diese Coachs oder Berater? Ich würde sagen, ein grosses Stück Lebenserfahrung vermitteln, aber eben auch vor allem die Wahrheit als Produkt verkaufen. Denn ein Berater ist auf keinen Fall ein Coach. Und ein Mediziner ist – leider – kein Berater, so gut wie ein Psychiater kein Psychologe ist. Man könnte es auch so zusammenfassen: Ein Apfelbaum ist kein Birnbaum, und Erdbeeren sind keine Brombeeren. Die einen sind im Frühling, die anderen im Spätsommer reif. Dies ist der immer gleichbleibende Rhythmus der Natur. Der Mensch in seinem natürlichen Drang nach Veränderung versucht seit je, Früchte, Gemüse und Pflanzen zu kreuzen. Dies fordert die Auseinandersetzung mit der Molekulargenetik. Dazu muss man Begriffe kennen wie Zelle, Eukaryoten, Prokaryoten, Zellkern, Chromosomen, Mitose, Meiose, DNA, Transkription, Translation und Proteinbiosynthese sowie deren Vorgänge verstehen.

Jetzt kann man sich vorstellen, wie schwierig es für einen Coach ist, sein Fachjargon so zu beherrschen, dass er es überzeugend und leicht verständlich vermitteln kann, damit sich seine Klienten erfolgreich weiterentwickeln und ihr Leben einigermassen harmonisch und mutig gestalten können.
Wer alles so klar, wie oben anhand der Molekulargenetik dargestellt, unterscheiden und trennen kann, dem wird nachgesagt, er sei «sachlich und prägnant». Diese Ausdrücke werden auch oft im Zusammenhang mit der Politik gebraucht. Jede Partei hat die Wahrheit für sich gepachtet: die einen wollen Velos für alle, die anderen befürworten den Individualverkehr, weil sie ein Leben ohne Auto als realitätsfern betrachten. Die Mitteparteien schlagen vor, das Velo auf dem Dach des Autos zu befestigen, weil beides notwendig ist und somit weniger Veloabstellplätze benötigt werden. Niemand weiss, was die Realität ist, zumindest kann sie niemand sachlich erklären. Niemand nimmt die Warnsignale der Erde wahr, die sie beispielswiese wegen des Klimawandels aussendet. Jetzt schliesst sich der Kreis. Wir befinden uns im Bereich der Philosophie, in dem sich zahlreiche Coachs als «Lebenserfinder» betätigen.

In Unternehmen tummeln sich Coachs in allen Abteilungen, mit der Folge, dass mit der Zeit beinahe allen Mitarbeitenden der gesunde Menschenverstand abhandenkommt. Eines ist sicher: Manager werden immer unfähiger, selbst zu denken, zu urteilen und zu entscheiden. Renditen sind möglich dank Leuten, die noch nicht verstanden haben, dass das Denken und die Eigenständigkeit der Verantwortung bei ihnen selbst liegen, was nichts anderes bedeutet, als dass Wissen und Erfahrung gute Lehre sind.

In Beziehung zu sich und mit der Welt

Doch mit welchem Recht gehe ich mit Coach-Kollegen so hart ins Gericht?
Weil Lernen immer mehr mit Erfolg verbunden wird, weit entfernt von Aufmerksamkeit, Konzentration und Beziehungsfähigkeit. Der Zwang nach Erfolg bedeutet, dass wir fertige Rezepte haben wollen. In der Tat heisst es, dass wir träge, autoritätsgläubig und abhängig sind.
Wer emotionale Reife vermitteln kann bringt uns weiter: einander begreifen.

Psychohygiene, eine riesige Kulturarbeit

Emotionen und Gefühle zulassen, uns selbst betrachten und erforschen, bewusst lernen, sprechen und handeln, ist Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit zugleich.

 

 

©Antoinette Vonlanthen

Entre gens cultivés

Les bonnes manières, je les ai apprises par cœur. Elles m’ont accompagnée dans mon enfance, ma jeunesse, ma vie d’adulte: à table, manger sans laisser tomber la tête dans l’assiette, ne pas couper la salade avec le couteau, ne pas poser les coudes sur la table, ne pas terminer l’assiette en passant le pain comme une éponge dans la sauce, même si c’est excellent. J’ai aussi appris qu’il fallait nettoyer la bouche avec la serviette avant de porter le verre à la bouche. Qu’ai-je appris encore? Que lorsque je faisais une erreur, je devais me faire excuser, qu’il ne fallait pas interrompre un dialogue, être serviable, que savoir écouter était une qualité, voire une compétence, que de se laver les dents après les repas, porter des habits propres, apporter une fleur ou un autre présent à une personne malade, dire merci, étaient des signes du respect de soi favorisant le respect des autres.

À l’adolescence, en observant les adultes, j’ai vite déchanté. Les bonnes leçons, je les avais appliquées à la lettre sans que la plupart de mes « maîtres » mettent en place leur théorie. Je ne me considérais pas pour autant soumise ou dépendante des autres. Plus tard, dans le monde des « grands », universitaires ou managers, simples employés ou sans emploi, j’ai côtoyé, mais pas seulement, un univers composé d’adultes arbitraires et sans éducation. Curieusement, ils étaient socialement intégrés, jouaient un rôle maîtrisé dans un système flou. Croyant être capable de comprendre l’essentiel et de résister aux scènes les plus brutales et les plus burlesques, j’ai passé plus d’un tiers de ma vie à tenter l’impossible: comprendre l’ignorance, la mienne et celle des autres, comprendre les vérités, apprendre à me connaître en vue de réaliser mon potentiel créatif.

Les personnes fines et généreuses, au-delà des divergences culturelles et de leurs traditions, m’ont enseigné les rouages de la vie quotidienne, transmis leurs savoirs, partagé leur savoir-faire et savoir être sans arrière-pensée, sans idéologie. Encore aujourd’hui, elles parlent de leurs échecs et de ce qui les fait grandir. La confiance et la conviction étant la base de la relation, ces valeurs sont devenues une évidence sans qu’il faille s’efforcer à être positif ou efficace.

Qu’ils soient collègues de travail, membres de la famille ou amis, les gens bienveillants s’apppuient sur leur expérience personnelle. Ils vous téléphonent la nuit pour vous partager une idée ou un concept, vous offrent une promenade en vélo, voiture ou autocar et connaissent la colline de vos rêves, évitent de consulter la montre ou le portable en votre compagnie, répondent à vos questions de manière individuelle, entrent dignement en contact avec vous, maîtrisent la distance et la proximité, sans craindre l’après d’une interaction chaleureuse, ne se grattant pas le cuir chevelu ou passant des nuits blanches à réfléchir à la distinction entre rencontre personnelle ou professionnelle. Jamais, une personne cultivée vous rappellera qu’elle a déjà été là pour vous et que son temps est limité. Dans ce contexte, la transgression n’existe pas. Elle est un mouvement perpétuel de construction et de développement dans lequel le langage représente un tissu relationnel.

Lorsque dans un cercle ou un établissement, au milieu de beaux parleurs, quels que soient leur statut et leur provenance, lorsque ni le dialogue, ni l’âme et la parole ne trouvent leur place, où le silence – ou le bruit – devient à lui seul ordinaire, je me sens soulagée en disant à haute voix :

« C’est le bordel ». Une manière personnelle de redonner un peu de lumière, de me laisser guider par elle. Une familiarité facile pour ne pas me laisser tenter par la face obscure de la force qui gouverne notre monde. Car, entre gens cultivés, nous comprenons le langage des êtres vivants: il ouvre des portes sur de nouveaux horizons.

Ce privilège, je dirais même cet art de vivre, je le souhaite à chacun et à chacune d’entre vous pour l’Année 2018 !

 

Französisch im Mittelpunkt der menschlichen Interaktion

Antoinette Vonlanthen

 

Wie oft höre ich, die französische Sprache sei schwierig zu lernen! Und doch ist sie wegen ihres Schwungs, der Melodie, der klaren Artikulation und des Sinnlichen, das ihr eigen ist, sehr beliebt. Es wäre falsch zu glauben, eine andere Sprache sei leichter zu lernen.
Wer sprachlich überzeugen will, braucht nicht ein umfassendes Vokabular, sondern in erster Linie braucht es gute Umgangsformen, eine ehrliche, authentische Art der Kommunikation, verbunden mit der Lust zu entdecken, zu spielen, die eigenen Grenzen zu erproben.

Vorurteile in den Vordergrund zu stellen hindert grundsätzlich den Fluss der Worte. Sie haben nichts mit der Sprachlehre zu tun, sondern mit der Persönlichkeit. Eine schüchterne Person glaubt zum Beispiel, sie müsse viel lernen, um sich überhaupt auszudrücken zu können – und dann erst noch auf Französisch! Das sollte man mal von einer anderen Seite her denken: Schüchternheit, so glauben wir oft, sei eine eher negative Eigenschaft, da die Spontaneität fehlt. In der Realität erweisen sich schüchterne Menschen allerdings als effizient: Sie geben den Rednern die Macht, sich zu äussern, und geben ihnen den Platz, den sie selber für sich nicht beanspruchen. Gäbe es keine Menschen, die sich beim Kommunizieren zurücknehmen, gäbe es keine Wortmächtigen, die uns ihre Gedanken und Einsichten zum Leben mitteilen könnten.

Das Wort zu ergreifen hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, unter anderem mit der Motivation sowie mit den verschiedenen Aspekten der verbalen Interaktion. Die Unkenntnis dieser Zusammenhänge und mangelndes Selbstbewusstsein können zu problematischen Missverständnissen, zu destruktiver Gesprächsführung und zu Konflikten führen. Auch in der Muttersprache. Sie sind eng mit der Persönlichkeit verbunden.

Auch Menschen, die es gewohnt sind, das Wort zu ergreifen, sind oft verunsichert, wenn sie eine neue Sprache lernen müssen. Nicht weil sie an ihrer Intelligenz zweifeln, nein. Es geht darum, sich neu zu positionieren, in eine andere Kultur einzutauchen, sich an einer neuer Denkweise zu reiben, theoretische Inhalte zu verknüpfen und diese durch die Anwendung in der Praxis zu vertiefen. Aus dem eigenen Denksystem herauszutreten, damit man nicht der Aussensteuerung unkritisch und hilflos ausgeliefert ist, fördert ein neues Selbstbewusstsein. Es ist eine treibende Kraft, um Französisch zu lernen.

Die Wahl der Worte, um erfolgreich einen Dialog, ein Gespräch, einen Vortrag auf Französisch zu führen, steht im Mittelpunkt der menschlichen Interaktion.
Im Institut de Langue Française et d’Expression setzen sich die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer aus der Geschäftswelt in Privatlektionen mit der französischen Sprache, der frankophonen Kommunikation sowie mit der Kunst des Ausdrucks und der praktischen Führungsdialektik intensiv auseinander.

 

 

 

 

„L’expression“, Sprache als Ausdruck seiner selbst: Französisch lernen

Sprache als Lernprozess

Eine Sprache zu lernen, zum Beispiel Französisch, ist eine Erfahrung die nie abgeschlossen ist. Sie ist ein Lernprozess und erst als solcher überhaupt fruchtbar. Eine Sprache hat immer mit der persönlichen Welt des Menschen zu tun und kann ihm nie aufgedrängt geschweige denn befohlen werden. Kommunikation kommt erst dann zustande, wenn der Mensch in seiner Aktivität eine Bedeutung zu erkennen vermag. Damit führt der Lernprozess unweigerlich über die Entdeckung der eigenen Persönlichkeit. Die Menschen nehmen Arbeitskonzepte und Ideen, die in einem Zusammenhang mit ihren Bedürfnissen und Problemen stehen, viel leichter auf als rein rational Vermitteltes, fernab von der eigenen Erfahrungswelt. In diesem Prozess müssen sich die Lernenden bewusst machen was sie wollen, brauchen und können, oder eben nicht.

Zwischenmenschlicher Kontakt

Nebst den beruflich Qualifikationen und dem Selbsterfahrungswert, die mit dem Spracherwerb verbunden sind, eröffnet sich den Lernwilligen vor allem eine soziale Dimension: Die Sprache anderer zu beherrschen, bedeutet in vielen Fällen Mitwirkung in einer Gemeinschaft. Erst wenn man miteinander reden kann wird der zwischenmenschliche Kontakt überhaupt möglich, sofern der Dialog die Ebene, auf der man sich mit Händen und Füssen verständigt, übersteigen soll.

Nur wer die Sprache nicht auf Wortschatz und Grammatik allein reduziert, sondern sie darüber hinaus als Ausdruck der Kultur, der Traditionen und Gewohnheiten einer Bevölkerung versteht, wird befähigt in einen echten Austausch mit den Menschen zu treten. Deshalb ist es wichtig, aus welchem Bewusstsein heraus ein Gespräch geführt wird. Dessen Charakter wird nicht allein dadurch bestimmt, am richtigen Ort das Richtige zu sagen.

Persönliche Entwicklung

Der Inhalt eines Meinungsaustausches – was ein Gespräch idealerweise sein sollte – wird in der persönlichen Begegnung und Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber aus der Situation heraus bestimmt. Wir alle wissen, dass eine Gesprächssituation davon abhängt, wie etwas gesagt wird. Um den geeigneten Ausdruck der Sprache zu treffen, genügt es deshalb nicht, fremde Vokabeln auswendig zu lernen. Vielmehr sollte man bemüht sein, sich in die neue Sprache hineinzudenken und zu fühlen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, die alte und bequeme Art des Sprechens in der Muttersprache  aufzugeben. Dies ist nicht einfach und verlangt viel Zeit und Geduld. Wer sich eine neue Sprache erfolgreich aneignen will, wird sein Verhalten zwangsläufig ändern müssen, legt gleichzeitig aber den Grundstein dafür, sich selber weiter zu entwickeln.