ANTOINETTE VONLANTHEN
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Schlagwort: Französisch im Management

Sich bei der Arbeit entfalten dank SprachWISSEN und Gespräch

Wir glauben, wir wissen, wer wir sind, und doch sind wir nie genau das, was wir zu sein glauben. Der Einfluss von Bildung und Umwelt macht deutlich, wie variabel ja sogar eingeschränkt unsere Autonomie ist. Die Karriere kommt nicht von selbst in Schwung: Der Titel, die Position und der Positionsstatus sind weder Beweis noch Garantie. Jede Änderung, jede Entscheidung stellt uns vor neue Herausforderungen. Der kulturelle Druck einer spektakulären Karriere beeinträchtigt die Qualität der Kommunikation und hindert die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Das Erlernen oder Vervollkommnen einer Sprache ist zunächst mit Zweifeln verbunden. Die Konfrontation mit dem Sprachenlernen erfordert Sensibilität, Tiefe und Engagement. Zeitmangel oder Überbeschäftigung sind oberflächliche Alibis, um sich vor Veränderungen und Risiken zu schützen/drücken. Wenn wir lernen und dabei Fortschritte machen, erkennen wir, dass das Setzen und Erreichen von Zielen die Verwirklichung von Visionen bedeutet.

Geistige Starrheit schadet der Gruppe, der Organisation oder dem Unternehmen (dem System)

In einer Rolle oder Funktion zu verharren, war einmal ein Zeichen von Stabilität und Professionalität. Heute behindert es die geschäftliche Dynamik. Den grössten Fehler, den Unternehmen machen können, ist, nur junge Leute einzustellen und erfahrene Mitarbeiter in den Hintergrund zu rücken. Der Altersmix verleiht der Unternehmenskultur und damit der Rentabilität Stärke. Ein Alterssegment auszuschliessen und durch ein anderes zu ersetzen, ist unlogisch und widerspricht dem psychosozialen sowie dem wirtschaftlichen Zusammenhang. Ob in der Welt des Gesundheitswesens, der IT oder des Managements: Der Personalmangel ist das Ergebnis einer Eliteauswahl, die viele Jahre ein Misserfolg war. Jung und Alt lernen voneinander, sie motivieren sich gegenseitig, was sie leistungsfähig macht. Das Ignorieren dieses Prinzips ist ein immenser Verlust an Human- und Wissenskapital, eine patriarchalische Diktatur, die so schnell wie möglich abgeschafft werden muss.

Der Verzicht, um eine bessere Kommunikationsqualität und mehr Freiheit zu erlangen

Der Mensch von morgen teilt sein Zuhause und seine Arbeit, er studiert, arbeitet zehn Jahre und wechselt dann seinen Arbeitsplatz oder er findet ohne spezielle Ausbildung seine ideale Tätigkeit. Er verzichtet aufs Ausgehen, auf den Kauf eines Hauses oder auf Ferien, um in eine Weiterbildung zu investieren. Der Familienvater verzichtet auf sein Gehalt, um sich um seine Kinder zu kümmern oder seine Vollzeit arbeitende Frau zu ersetzen. Dies hat nicht mit Ideologie zu tun, sondern mit Vernunft.

Die Art des Seins, sich auszudrücken und zu handeln sagt mehr über jemanden aus als ein Universitätsabschluss

Das Bewusstsein über die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen, die technologischen Veränderungen, aber auch den Klimawandel zwingt uns, unsere Lebensvorstellungen zu überprüfen. Wir sehen es jetzt, Jugendliche sagen den Erwachsenen, was sie tun müssen, weil sie nicht den Mut haben, sich zu ändern.

Sprachkenntnisse und Kommunikationsfähigkeiten – damit meine ich die Art des Sprechens – dienen nicht nur der Karriere. Sie sind heute mehr denn je von Nutzen für alltägliche Interaktionen, professionelle Gespräche sowie nationale und internationale politische Beziehungen.

Denksysteme unterscheiden sich von Region zu Region, von Nationalität zu Nationalität, von einer Generation zur nächsten. Sie sind ständig miteinander verbunden und in Bewegung. Niemand bringt uns bei, in welcher Lautstärke wir kommunizieren sollen, denn die Analyse der Systeme führt über das Wissen über sich selbst. Sie setzt uns in Kenntnis über unser Sein und ermöglicht uns so, in der Akzeptanz unseres Wesens in einem multikulturellen Umfeld voranzukommen.

Sich für sich selbst zu interessieren, ist eine Art, sich für andere zu interessieren

Sich für sich selbst zu interessieren, ist ein anderer Ansatz als die „Nabelschau“. Im ersten Fall dient die Frage dazu, sich in etwas Besseres zu verwandeln. Im zweiten Fall gibt es keine Fragen, es gilt nur (oft bei religiösen Gruppen) „Ich, ich“, „Ich besitze die Wahrheit“.

Ganzheitliche Sprachkurse begehen kreative Wege, um das höllische Rennen „Immer mehr zu wollen“ zu überwinden. Das Finden der richtigen Worte erleichtert die persönliche oder berufliche Veränderung. Personalisierte Gespräche berücksichtigen Sprachkenntnisse, emotionale Ressourcen, Selbstkenntnis, Erfahrung, Schulung, berufliche Entwicklung und Erwartungen, Interessen, Projekte sowie die Bedeutung, die dem Ehrgeiz beigemessen wird. Das Training besteht aus Inszenierungen in Bezug auf die Talente.

Teilen, gemeinsam lernen, handeln

Sich daran zu gewöhnen, über Gott und die Welt zu reden, über die Bedeutung von Wörtern nachzudenken und Themen zu entwickeln, die der zukünftigen Karriere förderlich sind, erleichtern

a) die Analyse und die Entscheidungsfindung
b) die Verknüpfung von Entdeckungen und Annahmen
c) die Entwicklung von Ideen
c) den Anreiz zur Initiative
f) die Organisation von Projekten
g) die konkrete Herangehensweise an das persönliche oder geschäftliche Leben oder als Unternehmer oder Unternehmerin

Sprachliches und menschliches Wissen sind eng miteinander verbunden

Ganzheitliche Sprachkurse in Form personalisierter Gespräche dienen der Stärkung der Kommunikationsfähigkeit und gewährleisten Strategien, die auf persönlichen Entscheidungen basieren. Zweisprachige Menschen (D/F) profitieren besonders davon. Französischkenntnisse setzen effektiv Prozesse in Gang, die in die deutsche Sprache übertragen werden können. Sie können semantisch, psychologisch oder psychosozial sein. Wenn der Trainer und der Lernende im gegenseitigen Einvernehmen aktuelle Themen auswählen – beispielsweise Gespräche unter verschiedenen Umständen führen, Konflikte lösen, sich in einer Gruppe engagieren, ein Unternehmen führen, Kinder grossziehen, eine Geschichte und ihren Autor analysieren –, wird die Entwicklung oder die Beherrschung einer Sprache zu einer Lebensschule. Aus diesem ganzheitlichen Konzept, das nichts gemein hat mit Tandem-Sprachkursen, das Sprachkenntnisse, persönliche Entwicklung und berufliche Ausbildung kombiniert, entsteht ein aussergewöhnliches Potenzial.

Un bagage spirituel

Face à l’autre, une personne bienveillante engendre parfois des malentendus, comme le désir de séduction. Reconsidérer la bonté à un niveau élargi consiste non pas à développer la sentimentalité, mais à entraîner la résistance à la frustration, l’acceptation de l’échec et au renoncement, donc,  à

  • développer l’autonomie et la créativité
  • apprendre à s’analyser
  • s’entourer de bonnes personnes
  • se relier à la nature
  • vivre au présent
  • se faire confiance
  • cultiver la solitude
  • s’accepter

Une femme bienveillante est considérée comme bien socialisée. Par contre, un homme bienveillant signalise un comportement paternaliste quelque peu déplacé. Dans le management, la bienveillance est considérée comme un signe d’inefficacité ou de faiblesse, voire de fragilité ou encore mieux, comme la perte de l’autorité. Elle entre dans le catalogue de la qualité de travail uniquement si elle sert à satisfaire des rapports de force, considérés comme un signe d’assurance et de détermination. Comme chez les animaux, la prise de pouvoir est dictée par un sentiment unilatéral de survie, un désir de domination, et moins par un besoin de reconnaissance et d’approbation générale pour le bien commun. La plupart des managers craignent la perte d’une quelconque marque d’objectivité. Cette angoisse archaïque nécessite une prise de conscience et un entraînement spirituel difficiles. Mêler l’autorité à la bienveillance est un arrangement charismatique dans lequel l’émotion et la force du raisonnement sont étroitement liées. C’est exactement le fondement des méthodes agiles, si préconisées de nos jours.

 

 

ÜBER DEN KONFLIKT

Unter Konflikt versteht jede Person, jede Gruppe und jede Firma, ja sogar jede einzelne Kultur etwas anderes. Hauptsächlich von Männern höre ich regelmässig: «Kein Problem!» Kaum ist dieser Satz ausgesprochen, beginnt auch schon der Konflikt!

Methoden und Strategien tragen nur bedingt zur Konfliktlösung bei. Aus psychoanalytischer Sicht scheint es eine Realität zu sein, dass (fast) jeder von uns es vorzieht, die eigenen Fehler auf andere zu projizieren. Wirkt eine Person oder eine Situation bedrohlich, entsteht daraus schnell ein Konflikt.

Für Menschen, die an sich selbst oder unter der Leitung eines Psychotherapeuten in Balint-Gruppen arbeiten, liegt es eher auf der Hand, Konflikte zu analysieren.

In der Partnerschaft, in der Familie oder im Unternehmen sind die Struktur der Leitlinien, die Hierarchie, die Definition von Funktionen sowie die Rollen und Ziele nach identischen oder variablen Mustern aufgebaut. Konflikte, obwohl sie nicht verallgemeinerbar sind, entwickeln sich meistens, wenn konkrete Antworten auf die folgenden Fragen fehlen: Welche Ressentiments, Fakten und Umstände müssen geklärt werden? Wer besitzt das Geld, wer verfügt darüber und kontrolliert es, welche Interessen gibt es und wie ist die Macht verteilt?

Hinter Geldfragen verbergen sich weitere individuelle Ursachen, die zu Konflikten führen. Dazu gehören beispielsweise Armut, Arbeitslosigkeit, Gesundheitsprobleme, Persönlichkeitsstörungen wie Eifersucht, geringes Selbstwertgefühl, Dominanz, Hass, Rivalität, Diskriminierung, Faulheit, lineares Denken, Prestige und übertriebenes Verlangen nach Ablenkung.

Noch viel zu wenig werden Konflikte aufgrund von Werten wie Wohlstand, Gesundheit, Persönlichkeitsstärke, Empathie, Selbstwertgefühl, Gleichheit, Teilen, Wohlwollen, Toleranz, Initiative, Querdenken, kulturellem Reichtum und Tiefe angegangen.

Diskussionen mit kreativen Köpfen sind manchmal unerträglich. Sie betonen Schwierigkeiten, um sie bewusster zu machen. Wenn das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gruppe gegeben ist, sind Lösungen eher möglich.
Für schöpferisch denkende Leute steht nicht allein das Thema Geld im Zentrum des Lösungsprozesses, sondern das Zusammenspiel von Ursachen und Lösungen. Dieser Ansatz bedeutet nicht, dass diese Menschen von einem altruistischen Geist geleitet sind. Ganz im Gegenteil, sie erheben Anspruch auf das Teilen der Verantwortung.

Personen, die viel reden und alles besser wissen wollen, die auf Fragen eine sofortige Antworte parat haben und eine schnelle Lösung für jedes Problem finden, oder diejenigen, die aus falscher Bescheidenheit schweigen, neigen dazu, ihre eigenen Schwächen in den Mittelpunkt eines Konflikts zu stellen.

Es scheint also, als ob die goldene Regel darin besteht, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sagen.

In Beziehung zu sich und mit der Welt

Wissen, was gute Lehre ist, gehört zu den Zielen einer jeden pädagogischen Institution. Die Humanwissenschaften vermitteln uns neue Erkenntnisse, die uns helfen, den Menschen in seiner Ganzheit besser zu verstehen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass sich diese Themen seit Jahrhunderten wiederholen. In einer Fachzeitung für Supervision und Organisationsentwicklung vom Dezember 2015 habe ich folgendes Zitat gelesen: «Der Mensch hat geistige, psychische und materielle Bedürfnisse» (Glasl und Lievegoed 2011). Es gab wohl kaum eine Epoche, in welcher dieser Gedanken die Menschheit nicht beschäftigte und jeder versucht hat, darauf Antworten zu finden aufgrund seiner Herkunft, seines Wissens und seiner Überzeugung.

Die Rechthaberei der guten Lehre

Die Essenz der Vernunft der guten Lehre liegt in obigem Zitat darin, dass jeder von uns gefordert ist, täglich seine geistigen, psychischen und materiellen Bedürfnisse wahrzunehmen, um ein erfülltes Leben führen zu können. Das Zitat suggeriert aber auch die Meinung, die meisten Menschen seien unfähig zu denken, unwissend und naiv. Die Zeiten, in denen Forscher und Wissenschaftler allein das Monopol auf die Wahrheit besassen, sind längst vorbei. Akademiker zu werden, ist heute nicht mehr das Mass aller Dinge. Die gute Lehre ist die, die Kinder beobachten, forschen und experimentieren lässt, damit sie etwas auf ihre eigene Art und Weise umsetzen können. Wenn Erwachsene, Eltern, Lehrer und andere Pädagogen sie im Namen der Besserwisserei, des pädagogischen Diktats eines Denksystems oder mangelnden Selbstwertgefühls in ihrem Entdeckerdrang hindern, damit sie nachahmen, was ihnen vorgezeigt wird, liegt es auf der Hand, dass sie als Erwachsene zutiefst depressiv werden. Erziehung und gute Lehre fordern einen klaren Rahmen, Regeln und verständliche Inhalte. Für mich bedeuten diese beiden Begriffe Förderung, Begleitung, Ermunterung und Unterstützung. Ich bin mit dem Wort «Liebe» zurückhaltend, da es nicht ins Denkschema der guten Lehre passt und jeder von uns etwas anderes darunter versteht. Reine Intellektualität und rationales Handeln führen zu Minderwertigkeitsgefühlen und zu Gewalt, beeinflussen das Zusammenleben im privaten und beruflichen Bereich sowie die politische und wirtschaftliche Auseinandersetzung.

Die freudsche Verdrängung

Die Unterdrückung – oder das Ignorieren – des kindlichen Vorstellungsvermögens (Kreativität) seitens der Erwachsenen hat einen neuen Beruf hervorgebracht: den Coach. Seine Mission ist es, vereinfacht gesagt, Strategien wie im Sport zu entwickeln, um dem Klienten sein Potenzial und seine Einzigartigkeit erkenntlich zu machen. Eigentlich genau das, was dem Kind vorenthalten wurde. Kinder haben sich schon immer gerne bewegt, Sport getrieben, die Welt in ihren eigenen Worten erklärt. Durch allwissende Menschenkenner wurde ihnen jedoch ihre Fähigkeit des Denkens entzogen. Später sprachen Fachpersonen von ethischen Werten in Erziehung, Politik und Wirtschaft, die zwar gut klingen, jedoch kaum in einer zielgerichteten kapitalistischen Gesellschaft durchsetzbar sind.
Kapital und Wachstum sind die bestgeeignetsten Bausteine, um eine Gesellschaft effizient zu entwickeln. Der dramatische Klimawandel hat seinen Ursprung in der Zerstörung des Natürlichen, dem Fundament der menschlichen Seele. Er ist die Quittung für die Besserwisserei.

Die natürliche Intelligenz des Menschen zu unterdrücken, wirkt wie ein Pestizid und kann eine Ursache für Depressionen, Gewichtszunahme, Rauchen und Drogenkonsum sein. Dies erinnert fast ein wenig an das Sterben der Bienen.

Die verlorene Kindheit teuer zurückkaufen

Auf dem Arbeitsmarkt spriessen heutzutage Coachs wie Unkraut auf einem ausgetrockneten Boden. Sie verfolgen meist ähnliche Ziele: die Wiederentdeckung der Menschlichkeit und der Menschenwürde sowie das Umdenken. Doch wie soll dieses Umdenken erfolgen?
Umdenken findet individuell statt und ist kein leichtes Unterfangen. Das Fertigprodukt der Coachings lautet: Lebensglück, Effizienz und Erfolg. Menschlichkeit und Strategien zur Förderung der Humanwissenschaften sind unser Kapital und unsere Innovationsfähigkeit. Sagt «man». Dabei ist „Verstehen“ kein intellektueller Prozess.

Müssen sich die Erwachsenen ihre verlorene Kindheit wieder zurückkaufen? In den Coaching-Angeboten erscheinen immer mehr Inhalte auf Englisch, weil es zum guten Ton gehört. Es gibt immer mehr Schweizer Unternehmen, die nur noch zwei Geschäftssprachen zulassen: Deutsch und Englisch. Französisch wird dabei ignoriert. Es ist eine Besserwisserei, eine Arroganz sondergleichen, wenn der Staat die Kinder zwingt, mehrere nationale Sprachen zu beherrschen, während einige Parteien daran denken, die Grenzen zu schliessen: JA zur Internationalität im Namen des Kapitals, NEIN hingegen zu mehr Globalität und Verbindlichkeit im eigenen Land. Worin unterscheidet sich dies von gravierenden Grenzverletzungen und den Fehlern der Banken? Jeder dritte Erwachsene in der deutschen Schweiz wird einmal in seinem Leben gezwungen, sich mit der französischen Sprache auseinanderzusetzen. Und wir staunen, dass der Rechtsextremismus wächst? Nicht jeder hat die nötigen Mittel, um sich seine verlorene Kindheit zurückzukaufen.

Reputation als kostbares Gut

«Menschlichkeit» wird immer mehr zur käuflichen Ware und verkörpert Qualität in Bezug auf die menschliche Leistungsfähigkeit. Das Wort «authentisch» ist gerade bei Coachs sehr beliebt, nicht wahr? Wer nicht authentisch ist, ist tot, unmenschlich, bewegungslos, man könnte auch sagen «dumm».

Unter Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzten, Pädagogen, Supervisoren, Heilern, Wissenschaftlern, Lehrern und Ingenieuren herrscht Uneinigkeit, wie das Ganze einzuordnen ist, wenn Coachs bezüglich der psychischen Symptome beim Menschen mitreden. Und wie ist das Verhältnis der Coachs untereinander? Wie gehen sie mit ihren beruflichen «Konkurrenten» um? Sie ziehen selten am gleichen Strick, obwohl sie so tun, als ob sie zum Wohle der Menschheit alle das Gleiche wollen: andere zum Umdenken bringen, damit alles besser wird. Früher wussten nur Pfarrer, was unter «menschlich» zu verstehen ist. Mediziner und einige Heiler kannten die Definition von «gesund». Heute hat sich die Bedeutung dieser Worte verändert. «Gesund sein» ist gleichbedeutend mit «menschlich sein». Wer seine Grenzen kennt, überfordert sich weniger und ist produktiver. Wer nicht raucht lebt länger. Wem kommt das nicht bekannt vor? Wer lügt kann alt werden und kommt vielleicht nie zur Vernunft, weil er nie etwas von Moral gehört hat. Oder wer kreativ wird, wird aus seinem seelischen Tief herausfinden.

Was wollen also all diese Coachs oder Berater? Ich würde sagen, ein grosses Stück Lebenserfahrung vermitteln, aber eben auch vor allem die Wahrheit als Produkt verkaufen. Denn ein Berater ist auf keinen Fall ein Coach. Und ein Mediziner ist – leider – kein Berater, so gut wie ein Psychiater kein Psychologe ist. Man könnte es auch so zusammenfassen: Ein Apfelbaum ist kein Birnbaum, und Erdbeeren sind keine Brombeeren. Die einen sind im Frühling, die anderen im Spätsommer reif. Dies ist der immer gleichbleibende Rhythmus der Natur. Der Mensch in seinem natürlichen Drang nach Veränderung versucht seit je, Früchte, Gemüse und Pflanzen zu kreuzen. Dies fordert die Auseinandersetzung mit der Molekulargenetik. Dazu muss man Begriffe kennen wie Zelle, Eukaryoten, Prokaryoten, Zellkern, Chromosomen, Mitose, Meiose, DNA, Transkription, Translation und Proteinbiosynthese sowie deren Vorgänge verstehen.

Jetzt kann man sich vorstellen, wie schwierig es für einen Coach ist, sein Fachjargon so zu beherrschen, dass er es überzeugend und leicht verständlich vermitteln kann, damit sich seine Klienten erfolgreich weiterentwickeln und ihr Leben einigermassen harmonisch und mutig gestalten können.
Wer alles so klar, wie oben anhand der Molekulargenetik dargestellt, unterscheiden und trennen kann, dem wird nachgesagt, er sei «sachlich und prägnant». Diese Ausdrücke werden auch oft im Zusammenhang mit der Politik gebraucht. Jede Partei hat die Wahrheit für sich gepachtet: die einen wollen Velos für alle, die anderen befürworten den Individualverkehr, weil sie ein Leben ohne Auto als realitätsfern betrachten. Die Mitteparteien schlagen vor, das Velo auf dem Dach des Autos zu befestigen, weil beides notwendig ist und somit weniger Veloabstellplätze benötigt werden. Niemand weiss, was die Realität ist, zumindest kann sie niemand sachlich erklären. Niemand nimmt die Warnsignale der Erde wahr, die sie beispielswiese wegen des Klimawandels aussendet. Jetzt schliesst sich der Kreis. Wir befinden uns im Bereich der Philosophie, in dem sich zahlreiche Coachs als «Lebenserfinder» betätigen.

In Unternehmen tummeln sich Coachs in allen Abteilungen, mit der Folge, dass mit der Zeit beinahe allen Mitarbeitenden der gesunde Menschenverstand abhandenkommt. Eines ist sicher: Manager werden immer unfähiger, selbst zu denken, zu urteilen und zu entscheiden. Renditen sind möglich dank Leuten, die noch nicht verstanden haben, dass das Denken und die Eigenständigkeit der Verantwortung bei ihnen selbst liegen, was nichts anderes bedeutet, als dass Wissen und Erfahrung gute Lehre sind.

In Beziehung zu sich und mit der Welt

Doch mit welchem Recht gehe ich mit Coach-Kollegen so hart ins Gericht?
Weil Lernen immer mehr mit Erfolg verbunden wird, weit entfernt von Aufmerksamkeit, Konzentration und Beziehungsfähigkeit. Der Zwang nach Erfolg bedeutet, dass wir fertige Rezepte haben wollen. In der Tat heisst es, dass wir träge, autoritätsgläubig und abhängig sind.
Wer emotionale Reife vermitteln kann bringt uns weiter: einander begreifen.

Psychohygiene, eine riesige Kulturarbeit

Emotionen und Gefühle zulassen, uns selbst betrachten und erforschen, bewusst lernen, sprechen und handeln, ist Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit zugleich.

 

 

©Antoinette Vonlanthen

Viele Deutschschweizer lernen und sprechen ungern französisch. Woher rührt dieses Unwohlsein?

Hochdeutsch ist bloss ein Werkzeug

Es gibt viele Gründe wieso Französisch unbeliebt ist. Ursprünglich ist ja das neu geborene Kind mit der Mutter eng verbunden, von ihrer Anwesenheit abhängig. Das Kind erkennt unter anderem seine Mutter an den Klang ihrer Stimme. Eine liebliche Umgebung, in der angenehm gesprochen oder sogar gesungen wird, gibt dem Kind Geborgenheit. Das Eintreten in der Schule ändert das Sprachverhalten, es gelten andere Kommunikationskodexe. Jeden kleinsten Schritt der Ablösung des Kindes zu seiner Familie bedeutet auch sich eine neue Sprache aneignen. In der Schweiz lernen die meisten Kinder zwei Sprachen. Die Muttersprache als Dialekt, dann Hochdeutsch in der Schule. Diese Zweitsprache scheint mir wie ein Konstrukt mit dem sich das Kind nicht identifizieren kann. Hochdeutsch ist bloss ein Werkzeug. Immerhin muss die Sprache gelernt werden und nicht richtig erlebt werden. Psychologisch gesehen ist das Erlernen der Hochdeutsche Sprache ein emotionaler Schnitt der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Das gelernte wird selten im Alltag integriert. Dann kommt in der Schule den Moment wo Französisch gelernt wird. Eine zusätzliche mentale und emotionale Belastung. Beim auswendig lernen geht einen die Lust definitiv weg. Was sollen derart Konstrukte wenn sie emotional nicht im Alltag eingebunden sind? Das Kind reagiert natürlich wenn es mit der französischen Sprache Mühe empfindet, sich nicht zu Recht findet.

Wie wird in der Familie gesprochen?

Viele Elemente kommen hinzu: die Art der menschliche Beziehungen in der eigene Familie, im Freundeskreis, in der Schule. Gibt es Zwänge, Autoritätsprobleme, Gewalt? Wie gehen Frauen und Männer miteinander um und wie sprechen sie miteinander?

Wird das Kind in seiner Spontaneität gefördert? Manchmal hängt es mit einem Unwohlsein in der eigenen Muttersprache zusammen. All diese Faktoren beeinflussen das Sprachverhalten. Der Gebrauch jeder Sprache wirft einen auf existenzielle Fragen zurück: Werde ich verstanden mit meiner Sprache und meiner Art? Kommt das, was ich sage, an? Die Sprache ist immer sehr eng an die Person geknüpft, entsprechend ist der Sprachgebrauch eng verbunden mit existenziellen Ängsten, vor allem mit der Angst, abgelehnt zu werden. Wer sich in seiner Haut nicht wohl fühlt, wird sich kaum in (s)einer Sprache wohl fühlen.

Spielt der Aspekt, in welchem Kontext eine Sprache erlernt wurde, eine wichtige Rolle?

Und wie! Das ist ein weiterer Grund, weshalb viele Deutschschweizer sich schwer tun mit Französisch. Für viele ist diese Sprache mit negativen Schulerlebnissen verknüpft. Wenn jemand das Französische nicht mit Landschaften, mit Gesehenem und Gehörtem, verbinden kann, bleibt es tote Materie. Dem zufolge wirkt Französisch wie eine befohlene Sprache. Für etwas Natürliches wie der sprachliche Ausdruck ist dies eben eine hohe Hypothek. „Man hat nie den gleichen Zugang zu einer Fremdsprache wie zu seiner Muttersprache.“

Selbstbewusste Lehrkräfte sind gefragt

Umso wichtiger ist es, dass Lehrkräfte sich ihrer Sprachbiographie bewusst werden. Können sie ihren Erfahrungsschatz in den Unterricht einbringen und dem Kind früh die Möglichkeit geben, sich mit dem neu erworbenen Wortschatz auseinanderzusetzen, miteinander auszutauschen, Beziehungen zu knüpfen, um dann persönliche oder berufliche Projekte umsetzen zu können, die ihnen wichtig sind, dann ist es eher möglich das die französische Sprache als ein lohnendes Miteinander bewirkt.

Wenn Kaderleute Französisch lernen wollen

kommen sie mit klaren Vorstellungen. Sie wollen nicht „zu Hause sein“ in der Sprache und nicht lernen Beziehungen knüpfen, sondern gute Vorträge halten und souverän Sitzungen leiten können.

Im Vordergrund steht die Frage „Was habe ich zu sagen?“.  Während man in der Muttersprache mit vielen Worten von ihr ablenken kann, ist es in einer Fremdsprache unentbehrlich, dass man das Ziel und die Kernaussage klar vor Augen hat. Oft werden sich die Lernenden durch die Auseinandersetzung mit der Fremdsprache bewusster, was sie eigentlich sagen wollen. Darüber hinaus verhilft einem das Erlernen einer Fremdsprache zu einem tieferen Verständnis der Muttersprache und des eigenen Sprachgebrauchs.

Persönliche Entwicklung

Nur wer die Sprache nicht auf Wortschatz und Grammatik allein reduziert, sondern sie darüber hinaus als Ausdruck der Kultur, der Traditionen und Gewohnheiten einer Bevölkerung versteht, wird befähigt in einen echten Austausch mit den Menschen zu treten. Deshalb ist es wichtig, aus welchem Bewusstsein heraus ein Gespräch geführt wird. Dessen Charakter wird nicht allein dadurch bestimmt, am richtigen Ort das Richtige zu sagen.

Der Inhalt eines Meinungsaustausches – was ein Gespräch idealerweise sein sollte – wird in der persönlichen Begegnung und Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber aus der Situation heraus bestimmt. Wir alle wissen, dass eine Gesprächssituation davon abhängt, wie etwas gesagt wird. Um den geeigneten Ausdruck der Sprache zu treffen, genügt es deshalb nicht, fremde Vokabeln auswendig zu lernen. Vielmehr sollte man bemüht sein, sich in die neue Sprache hineinzudenken und zu fühlen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, die alte und bequeme Art des Sprechens in der Muttersprache  aufzugeben. Dies ist nicht einfach und verlangt viel Zeit und Geduld. Wer sich eine neue Sprache erfolgreich aneignen will, wird sein Verhalten zwangsläufig ändern müssen, legt gleichzeitig aber den Grundstein dafür, sich selber weiter zu entwickeln.

Ganzheitliche Kommunikationsmethode: Französisch lernen, wie wenn Sie zweisprachig aufwachsen würden.

Die Französischkurse werden Im Institut de Langue Française et d’Expression in der Zielsprache (Französisch Immersion) durchgeführt. Bei Bedarf können Wörter oder kurze Erklärungen auf Deutsch (Code-Switching) genutzt werden. Der Sprachwechsel findet in einem begrenzten Rahmen statt und unterstützt die Argumentation beim Transfer der Aussage auf Französisch.
Dieses Training fördert damit die Genauigkeit der Aussage in beiden Sprachen sowie Ihr Gedächtnis und Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Sprache und menschliche Beziehung in einem

Die Sprachcoachings können zu hochprofessionellen Projekten sowie auch zu neuen Lernkonzepten führen, wie z. B. das Fach Französisch in Privatkursen vertiefen. Die Coachings eignen sich besonders für den medizinischen Bereich, für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, Mitarbeitergespräche, Gespräche zwischen Lehrer und Schüler sowie internationale, politische oder wirtschaftliche Gespräche.

Aussergewöhnlich, natürlich und professionell
Die Balance zwischen Zweisprachigkeit, intensiver inhaltlicher Arbeit und selbst organisiertem Lernen, personen- und kommunikationsorientierter Sprachbildung, macht das Institut de Langue Française et d‘Expression seit über 25 Jahren zu der bedeutendsten und modernsten Privatschule in der Schweiz.

 

 

 

SICH VERTEIDIGEN LERNEN

Wenn jede Person ihre Wut und Enttäuschung denjenigen mitteilen würde, die der Grund dafür sind, gäbe es weniger Depressionen. Die Angst vor Gesichtsverlust führt oft dazu, dass wir unseren Ärger gegenüber Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern äussern, statt jene direkt ansprechen, die die Ursache für unsere Probleme sind. Dieses Verhalten ist sinnlos. Wir müssen die Dinge beim Namen nennen und uns unter allen Umständen Gehör verschaffen. Dabei sollen wir nicht jedes Detail, das uns stört, zerpflücken, sondern vielmehr für unsere Rechte und Werte geradestehen.

Gerade heute sagte mir ein privater Anbieter in der Telekommunikationsbranche: „Wenn wir bei einer Kundschaft von 33‘000 Personen für jede, bei der wir einen Fehler begehen, einen Schadenersatz auszahlen müssten, könnten wir die Bude schliessen.“ Ich antwortete, dass ich in 70 Prozent der Fälle, in denen ich etwas kaufe oder auf Mandatsbasis erledigen lasse wie EDV-Unterstützung, professionelle Anzeigen in einer Zeitung etc. beim Leistungserbringer reklamieren muss und damit nicht nur Geld, sondern auch Zeit mit Erklärungen verliere.

Immer mehr Unternehmen oder Dienstleister verlangen von den Kunden eine Toleranz, die nicht mehr verhältnismässig ist. Sobald der Kunde bezahlt hat, hat er das Recht auf ein einwandfreies Produkt. Eine klärende Aussprache ist in solchen Angelegenheiten wichtig, auch wenn wir als schwierige Person wahrgenommen werden.

Wir verschaffen uns einfacher Gehör, wenn wir durch das „Ich“ sprechen. Etwa so: „Ich bin nicht zufrieden mit Ihrem Produkt“, statt „Ihr Produkt ist nichts wert.“
„Ich möchte entschädigt werden“ oder „Ich finde, Sie sollten mich entschädigen“, statt „Sie müssen mich entschädigen.“ Manchmal genügt es, wenn wir uns selbst hören. Bei der Anhebung unserer Stimme müssen wir sie anpassen, um eine unnötige Provokation des Gesprächspartners zu vermeiden.
Manchmal ist auch die Anwendung radikaler Kommunikationsstrategien nötig. Wenn ich beruflich jemanden anrufe, und das Gegenüber schreit seinen Namen ins Telefon (Ich finde diese Art und Weise schockierend) handle ich sofort. Ich schreie ebenfalls meinen Namen, als ob ich im Militär wäre. Dann spreche ich ohne Kommentar mit ruhiger Stimme weiter. Die Person am Telefon erkennt meistens, dass es der Ton ist, der die Musik macht beziehungsweise jenen seiner Gesprächspartnerin.

Nur ab und zu gibt es Wunder, grundsätzlich muss jeder von uns lernen sich selbst zu verteidigen. Aus dieser Sicht ist das Leben überhaupt nicht lustig. Aber sind wir dazu auf der Welt? Das ist eine enge Sicht der Dinge. Nachdem wir uns einige Male erfolgreich verteidigt haben, entdecken wir ein reiches, alternatives Feld aus Emotionen und Mitgefühl. Eine Tür öffnet sich „GANZ WEIT“. Das ist noch schöner, als das Leben nur als „lustig“ zu empfinden.

 

 

 

 

Französisch im Mittelpunkt der menschlichen Interaktion

Antoinette Vonlanthen

 

Wie oft höre ich, die französische Sprache sei schwierig zu lernen! Und doch ist sie wegen ihres Schwungs, der Melodie, der klaren Artikulation und des Sinnlichen, das ihr eigen ist, sehr beliebt. Es wäre falsch zu glauben, eine andere Sprache sei leichter zu lernen.
Wer sprachlich überzeugen will, braucht nicht ein umfassendes Vokabular, sondern in erster Linie braucht es gute Umgangsformen, eine ehrliche, authentische Art der Kommunikation, verbunden mit der Lust zu entdecken, zu spielen, die eigenen Grenzen zu erproben.

Vorurteile in den Vordergrund zu stellen hindert grundsätzlich den Fluss der Worte. Sie haben nichts mit der Sprachlehre zu tun, sondern mit der Persönlichkeit. Eine schüchterne Person glaubt zum Beispiel, sie müsse viel lernen, um sich überhaupt auszudrücken zu können – und dann erst noch auf Französisch! Das sollte man mal von einer anderen Seite her denken: Schüchternheit, so glauben wir oft, sei eine eher negative Eigenschaft, da die Spontaneität fehlt. In der Realität erweisen sich schüchterne Menschen allerdings als effizient: Sie geben den Rednern die Macht, sich zu äussern, und geben ihnen den Platz, den sie selber für sich nicht beanspruchen. Gäbe es keine Menschen, die sich beim Kommunizieren zurücknehmen, gäbe es keine Wortmächtigen, die uns ihre Gedanken und Einsichten zum Leben mitteilen könnten.

Das Wort zu ergreifen hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, unter anderem mit der Motivation sowie mit den verschiedenen Aspekten der verbalen Interaktion. Die Unkenntnis dieser Zusammenhänge und mangelndes Selbstbewusstsein können zu problematischen Missverständnissen, zu destruktiver Gesprächsführung und zu Konflikten führen. Auch in der Muttersprache. Sie sind eng mit der Persönlichkeit verbunden.

Auch Menschen, die es gewohnt sind, das Wort zu ergreifen, sind oft verunsichert, wenn sie eine neue Sprache lernen müssen. Nicht weil sie an ihrer Intelligenz zweifeln, nein. Es geht darum, sich neu zu positionieren, in eine andere Kultur einzutauchen, sich an einer neuer Denkweise zu reiben, theoretische Inhalte zu verknüpfen und diese durch die Anwendung in der Praxis zu vertiefen. Aus dem eigenen Denksystem herauszutreten, damit man nicht der Aussensteuerung unkritisch und hilflos ausgeliefert ist, fördert ein neues Selbstbewusstsein. Es ist eine treibende Kraft, um Französisch zu lernen.

Die Wahl der Worte, um erfolgreich einen Dialog, ein Gespräch, einen Vortrag auf Französisch zu führen, steht im Mittelpunkt der menschlichen Interaktion.
Im Institut de Langue Française et d’Expression setzen sich die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer aus der Geschäftswelt in Privatlektionen mit der französischen Sprache, der frankophonen Kommunikation sowie mit der Kunst des Ausdrucks und der praktischen Führungsdialektik intensiv auseinander.

 

 

 

 

Unternehmen, die ethische Werte vertreten, verbinden Französisch und Handlung mit dem Kooperationsprinzip

In der Familie, im Freundeskreis, in der Schule, während der Ausbildung und im Beruf, auch auf der akademischen Ebene kommt das menschliche und faire Handeln viel zu kurz. Wer will sich schon dauerhaft (auf eigene Kosten) mit einem Gegenüber auseinandersetzen, ohne sicherzugehen, dass er oder sie einem beim Erklimmen der Karriereleiter helfen könnte? Gerade dieses Risiko gilt es, in Balance zu halten. Im Berufsleben kommt jeder von uns weiter, wenn wir zusammen einen Raum und einen Kontext schaffen, in dem wir motiviert sind, zu arbeiten und zu kommunizieren. Leider herrscht in Unternehmen sehr oft eine Atmosphäre der Abwertung. Regelmässig begegnen wir Menschen, die unfreundlich sind oder Mühe haben, sich auszudrücken und so Misstrauen – teils auch irrtümlicherweise – wecken. Ein Stück Lebendigkeit ist in ihnen verschüttet, die Sprache ist für sie lediglich ein Informationsinstrument.

Je nach Veränderungen im Unternehmen wird plötzlich eine Kehrtwende notwendig: Man hat die Wahl entweder anzuklagen, sich zu verändern, davonzulaufen oder zu schweigen und den Dingen ihren Lauf lassen. Wenn wir verpflichtet sind, uns mit den Mitarbeitern oder Partnern von anderen Firmen auszutauschen und in diesem Moment Sprach- und/oder Sprechbarrieren in den Mittelpunkt rücken, sind wir oft überfordert.
Gespräche führen und Dialoge pflegen fordern eine innere Haltung, die von viel Empathie und gleichzeitig Abstand zeugt. Wie können wir uns in diesem Rahmen in einer Fremd- oder Zweitsprache ausdrücken und argumentieren?
Wir sind gefordert, neue Wege zu finden, um eine Sprache zu lernen und gleichzeitig neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie wir zusammen eine innovative, tragbare, individuelle und kollektive unternehmerische Denkweise erreichen können. Eine gewählte menschliche Haltung im Bildungsbereich, die sowohl metakognitive Trainings als auch ein selektives Vokabular und eine sinnvolle Grammatik einschliesst, ist der einzige praxisorientierte, sachliche Weg, der uns alle weiterbringt.


Selbstkritik üben und mehrdimensional denken

Als Folge der Migrationswelle gehen wir einer neuen Ära entgegen. Es gilt, mit den Fähigkeiten und den Ressourcen des Menschen zu arbeiten und nicht in den komplexen, unbeantwortbaren Fragestellungen wie Menschen miteinander leben zu verharren. So oder so ist jedem seine Nationalität in seiner Haltung, in seiner Sprache inhärent. Es liegt an jedem einzelnen von uns, den Kommunikationskodex zu entschlüsseln. Wir werden merken, dass wir Europäer im Denken und Handeln gar nicht so weit von der fremden Person entfernt sind, wenn es darum geht, unseren täglichen Unterhalt zu verdienen. Anders ist es, wenn es darum geht, den Fremden nur für den eigenen Nutzen zu missbrauchen. Das Interesse an diesem vernetzten Denken wird zeigen, ob wir in Europa fähig sind, „partizipativ“ zu handeln. Die Frage, ob Französisch oder Deutsch, wird sich als nebensächlich erweisen. Es gilt, neue Hürden des Einander-Verstehens zu überwinden.


Die Sprache neu erfassen und erleben

Es geht darum, eine neue Ordnung zu schaffen. Nicht eine rationelle, sondern eine ganzheitliche Denkweise zu lernen, die die Sensibilität, den Intellekt, das eigene Verhalten miteinschliesst und in der man sich selber als Instrument der Veränderung betrachtet. Sie fordert, dass man sich entfernt vom Gedanken: Leben gleich Konflikt, Arbeit gleich Mühe oder sogar Strafe, Unterhaltung gleich Leichtigkeit. So beginnt man eine ganzheitliche Perspektive zu entwickeln, die möglichst allem einen Sinn gibt. Die Erinnerung und die Zukunftsperspektive werden mit elementaren Bedürfnissen verknüpft, sei es die Autonomie, den Drang sich auszudrücken, Freude zu spüren oder Neues aufzunehmen.


Autonomes Lernen, eine lohnende Entdeckung

Während der beruflichen Entwicklung können wir vom Angebot unterschiedlicher Aus- und Weiterbildungen profitieren. An jedem Arbeitsplatz machen wir von der Sprache Gebrauch. Diese orientiert sich nach einem Schema, einem Programm, das nicht unbedingt unserem wahren Selbst entspricht. Wir sind uns dessen nicht oder zu wenig bewusst. Genau an diesem Punkt stellen sich auch Fragen zur Sprach- und Sprechkompetenz sowohl in der Muttersprache als auch in anderen Sprachen. Durch den zunehmenden Einfluss der neuen Digitaltechnologien ist heute das autonome Lernen von grosser Wichtigkeit. Dies bedeutet, dass man sich die Aufgaben nicht nur selber organisiert, sondern im Bereich des innovativen Sprachenlernens ganz neue Wege beschreitet, ohne ausschliesslich neue Technologien zu nutzen.

Hier einige Denkanstösse für die Praxis:

• Wie in kurzer Zeit Lern- und Arbeitsabläufe wahrnehmen?
• Wie den Transfer des Gelernten bewusst in die Praxis umsetzen?
• Wie mit unterschiedlichen Menschen umgehen und an realistischen Zielen arbeiten?
• Wie die Kommunikationsstrategie und die Identität des Unternehmens berücksichtigen?
• Wie das Vokabular anhand dieser Kriterien gestalten?

Der kreative Ansatz spielt beim autonomen Lernen nur eine nebensächliche Rolle. Es gilt, auf eine auf die Bedürfnisse abgestimmte Weise seine Ressourcen zu nutzen und damit das Wirtschaftsleben zu beeinflussen, damit eine gesunde Wechselwirkung entsteht.


Selbstvertrauen und Mut zum Handeln

Das stark konkurrenzorientierte Denken in Unternehmen, die heute noch hauptsächlich von Männern geführt werden, macht sich in der modernen Gesellschaft auch in Organisationen breit, die von Frauen geleitet werden. Kooperatives Verhalten ist nur durch Sprache und Haltung möglich. Dies bedeutet: offen für Neues sein, sich äussern und mitteilen können, also Sachverhalte, Situationen, Meinungen sowie Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Unstimmigkeiten frühzeitig ansprechen, konstruktive Feedbacks geben, Zusammenhänge erkennen und Mut zum strategischen Denken haben – und dies stetig weiterentwickeln.

Partizipationsdenken oder kooperatives Verhalten findet man in Unternehmen, deren Handeln nicht bloss vom Streben nach Rendite, sondern auch von ethischen Werten geleitet wird. Moderne, lebendige und junge Führungspersönlichkeiten können sich kaum noch etwas anders vorstellen. Es gilt längst nicht mehr die altmodische Geschlechtertrennung zwischen Mann und Frau. Jeder und jede ist gefordert, über den eigenen Tellerrand zu schauen und das Hierarchiedenken infrage zu stellen. Auf Französisch sagt man «On va s’arranger».

 

„L’expression“, Sprache als Ausdruck seiner selbst: Französisch lernen

Sprache als Lernprozess

Eine Sprache zu lernen, zum Beispiel Französisch, ist eine Erfahrung die nie abgeschlossen ist. Sie ist ein Lernprozess und erst als solcher überhaupt fruchtbar. Eine Sprache hat immer mit der persönlichen Welt des Menschen zu tun und kann ihm nie aufgedrängt geschweige denn befohlen werden. Kommunikation kommt erst dann zustande, wenn der Mensch in seiner Aktivität eine Bedeutung zu erkennen vermag. Damit führt der Lernprozess unweigerlich über die Entdeckung der eigenen Persönlichkeit. Die Menschen nehmen Arbeitskonzepte und Ideen, die in einem Zusammenhang mit ihren Bedürfnissen und Problemen stehen, viel leichter auf als rein rational Vermitteltes, fernab von der eigenen Erfahrungswelt. In diesem Prozess müssen sich die Lernenden bewusst machen was sie wollen, brauchen und können, oder eben nicht.

Zwischenmenschlicher Kontakt

Nebst den beruflich Qualifikationen und dem Selbsterfahrungswert, die mit dem Spracherwerb verbunden sind, eröffnet sich den Lernwilligen vor allem eine soziale Dimension: Die Sprache anderer zu beherrschen, bedeutet in vielen Fällen Mitwirkung in einer Gemeinschaft. Erst wenn man miteinander reden kann wird der zwischenmenschliche Kontakt überhaupt möglich, sofern der Dialog die Ebene, auf der man sich mit Händen und Füssen verständigt, übersteigen soll.

Nur wer die Sprache nicht auf Wortschatz und Grammatik allein reduziert, sondern sie darüber hinaus als Ausdruck der Kultur, der Traditionen und Gewohnheiten einer Bevölkerung versteht, wird befähigt in einen echten Austausch mit den Menschen zu treten. Deshalb ist es wichtig, aus welchem Bewusstsein heraus ein Gespräch geführt wird. Dessen Charakter wird nicht allein dadurch bestimmt, am richtigen Ort das Richtige zu sagen.

Persönliche Entwicklung

Der Inhalt eines Meinungsaustausches – was ein Gespräch idealerweise sein sollte – wird in der persönlichen Begegnung und Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber aus der Situation heraus bestimmt. Wir alle wissen, dass eine Gesprächssituation davon abhängt, wie etwas gesagt wird. Um den geeigneten Ausdruck der Sprache zu treffen, genügt es deshalb nicht, fremde Vokabeln auswendig zu lernen. Vielmehr sollte man bemüht sein, sich in die neue Sprache hineinzudenken und zu fühlen. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, die alte und bequeme Art des Sprechens in der Muttersprache  aufzugeben. Dies ist nicht einfach und verlangt viel Zeit und Geduld. Wer sich eine neue Sprache erfolgreich aneignen will, wird sein Verhalten zwangsläufig ändern müssen, legt gleichzeitig aber den Grundstein dafür, sich selber weiter zu entwickeln.