ANTOINETTE VONLANTHEN
Institut de Langue Française et d'Expression ILFE • Bützbergstrasse 33 • 4900 Langenthal • Tel. +41 62 922 23 22
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Schlagwort: Frei Französisch sprechen

FRANZÖSISCH IN DER HUMANMEDIZIN

Das personenzentrierte Gespräch – und die dahinterstehende eigene persönliche Haltung – wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess der Patientinnen und Patienten. Möchten Sie sich die Zeit nehmen um das alltägliche Französisch als auch das medizinische Vokabular für das Konsultationsgespräch zu üben? Professionelles Französisch verlangt sprachliche Finesse und erfordert ein angepasstes Vokabular, korrekte Syntax, zum Beispiel die Verwendung eines wesentlichen Wortes in einem Satz, die korrekte Verwendung von Hilfsverben, gute Artikulation und Aussprache. Sie schaffen somit ein Vertrauensklima, das zum Wohlsein der Patientinnen und Patienten führt, Symptome lindern kann oder deren Ausbruch verhindert, erleichtert das Annehmen der Krankheit oder kann sogar zur Genesung führen.

Als Basis für die Gestaltung der Trainings nutzen wir konkrete Fallsituationen. Die Weiterbildung hat einen individuellen Nutzen und läuft anhand von Grundsätzen und Mustern ab. Diese beziehen sich auf das freie Sprechen, die Zusammenarbeit, die Vertraulichkeit und den Berufskodex. Das Training fokussiert auf eine gut verständliche Ausdrucksweise und bezieht Ihre Französischkenntnisse, Ihr Wissen, Ihre Erfahrung sowie Ihre Aussageabsichten ein.

Um den Transfer von der deutschen Sprache in der französischen sicherzustellen, entscheiden Sie frei, ob Sie die Praxisfälle und deren Inhalt auf Deutsch oder Französisch formulieren und wie sie das Gelernte neu einlenken möchten. Lehr- und Lernthemen sind:

  • Wortschatz auffrischen, vertiefen und erweitern.
  • Praktische grammatische Verknüpfungen herstellen.
  • Nachricht, Fachwissen, Informationen nachvollziehbar vermitteln.
  • Dialog zwischen Ärztin/Arzt und Patient/Patientin simulieren.
  • Beziehung herstellen.
  • Beratungsgespräche aufbauen/führen.

Der Schwerpunkt liegt auf Zusammenarbeit, Diskretion und Vertraulichkeit.

Französisch, die schönste Sprache der Welt

Ist Französisch wirklich schwierig zu lernen? Wieso? Weil es wichtig ist, dass die Rednerin oder der Redner verständlich und inhaltlich klar spricht. Das Erreichen dieses Anspruchs ist in jeder Sprache ein Muss und hat nichts zu tun mit Französisch oder seiner komplexen Grammatik. Eine Sprache mögen heisst, die Absicht zu verfolgen, alles zu unternehmen, damit die Botschaft rüberkommt. Diese Haltung führt in allen Sprachen zur gelingenden Kommunikation. In der Deutschschweiz gibt es unzählige Dialekte wie:

Den Berner Dialekt „Bärndütsch“, den Aargauer Dialekt „Aargauerdüütsch“, den Zürcher Dialekt „Züridütsch“, den Basler Dialekt „Baasl-Dytsch“, den Berner Dialekt „Bärndütsch“, den St. Galler Dialekt „San Gallerdütsch“, den Walliser Dialekt „Wallisertitsch“, den Luzerner Dialekt „Lozärner Dialäkt“, den Bündner Dialekt „Biindnertüütsch“ usw.

Sprechen Deutschschweizer Französisch, leiten erstaunlich viele ihre Gedanken aus ihrem Dialekt ab ((Interferenz). Sie übersetzen in der Folge Wörter simultan oder nutzen ein oft ungeeignetes Vokabular aufgrund der Dialektarchitektur. Wenn sie zum Beispiel auf Deutsch sagen würden: „Ich gehe nicht gerne einkaufen“, würden sie dasselbe auf Französisch so ausdrücken: „J’aime pas aller acheter“, anstatt in der Umgangssprache „J’aime pas (schriftlich: ,je n’aime pas᾿) faire les courses“ (in der Schweiz auch „les commissions“).

Sie sprechen lückenhaftes Französisch und drücken sich mit der gleichen Tonalität wie im Deutschen aus, obwohl die Gesichtsmuskulatur in jeder Sprache völlig anders genutzt wird. Die Denkweisen unterscheiden sich sehr von Mensch zu Mensch, von Sprache zu Sprache, von Kanton zu Kanton und von Land zu Land. Schweizerdeutsch, egal welcher Dialekt, wirkt auf Französischsprachige leicht autoritär. Aber auch einige Dialekte aus der Romandie können in Deutschschweizer Ohren seltsam klingen. Jede und jeder von uns spricht mehr oder weniger einen Dialekt mit einem eigenen Wortschatz und einer eigenen Satzkonstruktion, trotz oder gerade wegen dem Spracherwerb in der Schule. Hinzu kommen Charaktereigenschaften, Intelligenz, freies Sprechen, kognitive Fähigkeiten, Gefühle, Emotionen und Aussprache.

Wird die Persönlichkeit der Lernenden in ihrer Ganzheit betrachtet, das heisst ihr Können, ihre Ausdrucksart, ihre Zuhörfähigkeit, ihre Aktivitäten und ihre Lebensziele, so entsteht individuelle Sprache. Sie entwickelt sich im Laufe des Spracherwerbs und des Erlebten. Mut, Selbstsicherheit und Redefreiheit entstehen. Demgegenüber verursachen interkulturelle Missverständnisse gepaart mit Lern- und Kommunikationslücken ein inkompatibles Sprachprogramm! Ein Français fédéral („Bundesfranzösisch“) oder ein Kauderwelsch ersetzt ein leicht verständliches Französisch.

Das Verstehen dieser Vorgänge erleichtert das Französischlernen und unterstützt positiv den verbalen sowie den schriftlichen Ausdruck. Mit kurzen und präzisen Sätzen sagt man sehr viel aus.

Schöner ausgedrückt, die Kunst der Didaktik entsteht aus der Kunst des Dialogs.