ANTOINETTE VONLANTHEN
Institut de Langue Française et d'Expression ILFE • Bützbergstrasse 33 • 4900 Langenthal • Tel. +41 62 922 23 22
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Schlagwort: Gespräche im medizinischen Alltag auf Französisch.

Gespräche im medizinischen Alltag auf Französisch

Die Digitaltechnologien und das autonome Lernen verändern unser Denken und Verhalten. Vorgegebene Schemen und Programme in der Informatik und in den Sozialen Medien verstärken die Tendenz, sich anpassen zu müssen und sich gegen aussen zu richten. Die Sprache orientiert sich nach Erwartungen und Mustern, die nicht unbedingt unserem wahren Selbst entsprechen, was viele Missverständnisse und auch Leid verursacht. Müssen Sie zudem noch Französisch sprechen, ist das Chaos programmiert! Nicht immer fehlt das Vokabular, oft geht es um nonverbale Kommunikation. Glaubwürdigkeit und Attraktivität beginnen im Kopf!

Wörter widerspiegeln die eigene Persönlichkeit, Französisch sprechen hat mit Charisma zu tun:

  • Sprechen Sie mit den Patienten „personenzentriert“
  • denken Sie nach wie Sie Deutsch sprechen
  • lernen und verbessern Sie Schritt für Schritt Französisch und suchen Sie Berufskollegen (oder Trainer, Trainerinnen) mit denen Sie „en face-à-face“ diskutieren können
  • gehen Sie sparsam mit Kommunikations-, Lern- und Arbeitsabläufen um
  • stellen Sie souverän Ihre Eigenart in den Vordergrund
  • entwickeln Sie eine ganzheitliche Denkweise, die sowohl Ihre Sensibilität als auch Ihren Intellekt miteinschliesst
  • schreiben Sie Ihre Gesprächsabsichten auf und setzen Sie diese bewusst um
  • bilden Sie kurze Sätze, sprechen Sie klar und deutlich
  • führen Sie heikle Gespräche in dem Sie das Vokabular nach bestimmten Kriterien gestalten
  • berücksichtigen Sie die eigene Identität und die des Unternehmens, des Spitals, der Praxis
  • gestalten Sie Gespräche zwischen Frau und Mann neu
  • beobachten Sie Missverständnisse zwischen den Linien oder auf nichtsprachlicher Ebene
  • lösen Sie blockierte Kommunikation zwischen mehreren Hierarchieebenen
  • nehmen Sie Integritätsverletzungen und Einschränkungen der Selbstbestimmung von Frauen wahr und formulieren Sie Ihre Einwände
  • seien Sie zuerst herzlich, dann sachlich
  • zeigen Sie Wertschätzung und schenken Sie viel Zeit. In der heutigen Zeit ist es ein Zeichen von Exzellenz!
  • bauen Sie authentische Beziehungen auf
  • suchen Sie nicht nur den Erfolg

Das Einzeltraining „Ärztliche Gespräche auf Französisch führen“ findet im Institut de Langue Française et d’Expression (ILFE) in 4900 Langenthal, statt: +41 31 312 68 68 und +41 62 922 23 22.

Französisch, die schönste Sprache der Welt

Ist Französisch wirklich schwierig zu lernen? Wieso? Weil es wichtig ist, dass die Rednerin oder der Redner verständlich und inhaltlich klar spricht. Das Erreichen dieses Anspruchs ist in jeder Sprache ein Muss und hat nichts zu tun mit Französisch oder seiner komplexen Grammatik. Eine Sprache mögen heisst, die Absicht zu verfolgen, alles zu unternehmen, damit die Botschaft rüberkommt. Diese Haltung führt in allen Sprachen zur gelingenden Kommunikation. In der Deutschschweiz gibt es unzählige Dialekte wie:

Den Berner Dialekt „Bärndütsch“, den Aargauer Dialekt „Aargauerdüütsch“, den Zürcher Dialekt „Züridütsch“, den Basler Dialekt „Baasl-Dytsch“, den Berner Dialekt „Bärndütsch“, den St. Galler Dialekt „San Gallerdütsch“, den Walliser Dialekt „Wallisertitsch“, den Luzerner Dialekt „Lozärner Dialäkt“, den Bündner Dialekt „Biindnertüütsch“ usw.

Sprechen Deutschschweizer Französisch, leiten erstaunlich viele ihre Gedanken aus ihrem Dialekt ab ((Interferenz). Sie übersetzen in der Folge Wörter simultan oder nutzen ein oft ungeeignetes Vokabular aufgrund der Dialektarchitektur. Wenn sie zum Beispiel auf Deutsch sagen würden: „Ich gehe nicht gerne einkaufen“, würden sie dasselbe auf Französisch so ausdrücken: „J’aime pas aller acheter“, anstatt in der Umgangssprache „J’aime pas (schriftlich: ,je n’aime pas᾿) faire les courses“ (in der Schweiz auch „les commissions“).

Sie sprechen lückenhaftes Französisch und drücken sich mit der gleichen Tonalität wie im Deutschen aus, obwohl die Gesichtsmuskulatur in jeder Sprache völlig anders genutzt wird. Die Denkweisen unterscheiden sich sehr von Mensch zu Mensch, von Sprache zu Sprache, von Kanton zu Kanton und von Land zu Land. Schweizerdeutsch, egal welcher Dialekt, wirkt auf Französischsprachige leicht autoritär. Aber auch einige Dialekte aus der Romandie können in Deutschschweizer Ohren seltsam klingen. Jede und jeder von uns spricht mehr oder weniger einen Dialekt mit einem eigenen Wortschatz und einer eigenen Satzkonstruktion, trotz oder gerade wegen dem Spracherwerb in der Schule. Hinzu kommen Charaktereigenschaften, Intelligenz, freies Sprechen, kognitive Fähigkeiten, Gefühle, Emotionen und Aussprache.

Wird die Persönlichkeit der Lernenden in ihrer Ganzheit betrachtet, das heisst ihr Können, ihre Ausdrucksart, ihre Zuhörfähigkeit, ihre Aktivitäten und ihre Lebensziele, so entsteht individuelle Sprache. Sie entwickelt sich im Laufe des Spracherwerbs und des Erlebten. Mut, Selbstsicherheit und Redefreiheit entstehen. Demgegenüber verursachen interkulturelle Missverständnisse gepaart mit Lern- und Kommunikationslücken ein inkompatibles Sprachprogramm! Ein Français fédéral („Bundesfranzösisch“) oder ein Kauderwelsch ersetzt ein leicht verständliches Französisch.

Das Verstehen dieser Vorgänge erleichtert das Französischlernen und unterstützt positiv den verbalen sowie den schriftlichen Ausdruck. Mit kurzen und präzisen Sätzen sagt man sehr viel aus.

Schöner ausgedrückt, die Kunst der Didaktik entsteht aus der Kunst des Dialogs.